Schon wieder Warnstreik: Verdi legt DVB lahm
Fahrgäste von Bus und Bahn brauchen erneut starke Nerven: die Gewerkschaft Verdi hat am Freitagmorgen zum wiederholten Mal mit einem ganztägigen Warnstreik die Dresdner Verkehrsbetriebe lahmgelegt. Buss und Bahnen stehen sill, auch bei den Bergbahnen bewegt sich nichts.
Nur auf einzelnen Buslinien, die am Stadtrandgebiet von anderen Unternehmen bedient werden, dürften einzelne Busse unterwegs sein, sagte uns DVB-Sprecher Christian Schmidt. „Zum Beispiel auf den Linien 65, 66 und 68 kann mit einzelnen Fahrten gerechnet werden. So auch auf den Buslinien 72, 73, 76, 77 und 79.“
Im Ersatzverkehr für Straßenbahnen auf den Linien 4 und 11 sind ebenfalls teilweise Busse im Einsatz. Zudem setzen die Fähren über. „Eine Prognose, ob die pünktlich sind, ist schwer möglich. Wir empfehlen, sich zuvor online zu informieren. Alle Fahrten, die ausfallen, sind dort auch als Ausfall gekennzeichnet.“
Die S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn sind nicht betroffen. Der Warnstreik soll bis Samstagmorgen 3 Uhr dauern. Dann soll der Verkehr wieder nach Plan laufen.
Alternative für die Fahrgäste
Neben den S-Bahnen und Regionalzügen der DB stehen mit Leihfahrrädern und -autos auch die multimobilen Angebote der DVB – MOBIbike und MOBIcar – zur Verfügung.
Außerdem sind in den nördlichen Stadtgebieten Klotzsche, Weixdorf, Pieschen und Neustadt die MOBIshuttles unterwegs. Alle Angebote finden sich hier: www.mobi-dresden.de
Das fordert Verdi
Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt. Nachdem die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde am 24. Januar 2024 kein Angebot zu den Forderungen der Gewerkschaft vorgelegt und die zweite Verhandlungsrunde einseitig abgesagt hatten, wurden die Gespräche am 19. März in Leipzig fortgesetzt. "Im Zuge dieser Verhandlungen legte der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Sachsen ein Papier vor, das zahlreiche Gegenforderung enthält und jede Wertschätzung für die Arbeit der Beschäftigten vermissen lässt", heißt es von Verdi.
"So wurden nach mehreren Gesprächsrunden zwar kleine Verbesserungen beim Thema Zuschläge und geteilte Dienste in Aussicht gestellt. Gleichzeitig fordern die Arbeitgeber jedoch eine massive Mehrbelastung der Kolleginnen und Kollegen – und das in einer Tarifrunde, die unter dem Schwerpunkt Entlastung steht."
Dazu sagt Paul Schmidt, Verdi-Fachbereichsleiter und Verhandlungsführer: „Statt für Entlastung zu sorgen, fordern die Arbeitgeber, dass die Beschäftigten zukünftig bis zu 44 Stunden pro Woche arbeiten. Diese Mehrarbeit soll anders als bisher aber nicht mehr in Freizeit, sondern ausschließlich in Geld abgegolten werden. Im Ergebnis würden die eh schon stark belasteten Kollegen noch schneller verschlissen. Das ist kurzsichtig und verantwortungslos.“
Die DVB halten dagegen. Die 44-Stunden-Woche sei ein Angebot, die Arbeitnehmern gemacht worden, welche sich etwas dazuverdienen wollen. Von einer Forderung sei keine Rede. "Da sind einige seltsame Wahrnehmungen unterwegs, die so einfach nicht stimmen. Ein Streik an dieser Stelle ist unverständlich", zitiert DVB-Sprecher Christian Schmidt den Vorstand.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für Gründonnerstag (28.3.24) angesetzt. DVB-Sprecher Christian Schmidt erwartet eine Einigung.