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Schlossteich von Schönfeld-Weißig vielleicht bald ohne Schwäne

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Wegen zwei Schwänen in Schönfeld-Weißig wiehert der Amtschimmel momentan richtig laut. Die Höckerschwäne auf dem Schlossteich sollen weg. Eine Ortschaftsrätin der Grünen fordert, dass die beiden Vögel in fachkundige Hände abgegeben werden.

Schwäne bereits seit gut 10 Jahren auf dem SchlossteichDie beide Höckerschwäne drehen seit 2009 ihre Runden auf dem Teich. Ein Naturschützer und ein Tierarzt versorgen sie ehrenamtlich. Jetzt gibt’s offenbar Bedenken: weil nicht geklärt ist, wem die Schwäne eigentlich gehören, wer die Genehmigung zum Stutzen der Flügel erteilt hat und weil es keinen Zaun um den Teich und kein Gehege gibt - obwohl die Gemeinde die Mittel dafür genehmigt hat.

"Schwäne in fachkundige Hände geben"Die Grünen veröffentlichten zum Thema eine Pressemitteilung, dort heißt es: "Zur nichtgenehmigten Haltung und zum tierschutzwidrigen Eingriff, die Wildtiere flugunfähig zu machen, selbst zu den Eigentumsverhältnissen bleibt die Ortschaft Schönfeld-Weißig eine Antwort schuldig. „Ich empfehle, die Höckerschwäne in fachkundige Hände zu geben, die auch im Falle der Vogelgrippe dafür Sorge tragen können, dass die Tiere artgerecht versorgt werden können“, ergänzt die GRÜNEN Ortschaftsrätin Manuela Schott. „Die Gemeinde in Graupa hat die Zeichen der Zeit längst erkannt. Sie lässt trotz nachvollziehbaren, kulturhistorischen Bezug zum “Schwan im Lohengrin„ am Wagner Museum keine wildlebenden, flügelgestutzten Schwäne auf ihrem Schlossteich schwimmen. Stattdessen gibt es dort zwei Vogelattrappen.“

Denkmalschutzrechtliche Gründe?Außerdem lehnt das Amt für Stadtgrün eine Tierhaltung im Gartendenkmal  aus "denkmalschutzrechtlichen Gründen" ab. Was darunter konkret zu verstehen ist, wurde nicht mitgeteilt. Die Gemeinde Schönfeld hält dagegen. Sie will die Schwäne behalten, weil sie einfach dazu gehören. Der Ausgang des "Schwanensee-Dramas" ist offen.

Protokoll des Ortschaftsrates Schönfeld-Weißig

Im Dezember 2017 ist über die Schwäne und den Bau einer Einzäunung, sowie eines Schutzhauses diskutiert worden, dabei wurde einstimmig für den Bau gestimmt.

Wir dokumentieren hier das Protokoll der Ortschaftsratsitzung (hier als PDF abrufbar):

Die Orstvorsteherin erklärt, aus der Verwaltung heraus gebe es den Antrag für eine Einzäunung und den Unterstand für die Schwäne am Schloss Schönfeld. Dafür sollen der Verwaltung Verfügungsmittel i. H. von 4.500 Euro bereitgestellt werden als Zweckbindung für eine kurzfristige Ersatzbeschaffung eines Winterquartiers. Nach Abschluss der Maßnahme sollen nicht verbrauchte Mittel dem Ortsbeirat zurückgeführt werden.

Ortschaftsrat Walzog nimmt auf das ausführliche Schreiben Bezug. Dort sei von Kompetenzen und tierschutzrechtlichen Belangen die Rede. Nun sollen die Schwäne eingezäunt werden und was passiere, wenn die Vogelgrippe wieder ausbreche, wie werden die Schwäne dann untergebracht.

Der stellvertretende Ortsvorsteher Behr erklärt, dass er das besagte Schreiben beantwortet habe. Der Vorwurf der dort gemacht werde, sei weit weg von der Realität. Man habe einen amtlichen Tierarzt, welcher für die Gesundheit der Tiere zuständig sei und man habe den Tierschützer Herrn Dr. Klemm und Herrn Dr. Wissel. Man habe bereits einen Auftrag für einen Ersatzbau des Schwanenhauses, welches damals durch den Schneebruch auf dem Dach kaputt gegangen sei. Nachdem die Baumaßnahme am Schloss erfolgt sei, soll eine ordentliche Einzäunung folgen. Sollte die Vogelgrippe auftreten werden die Tiere den Winter über bei Herrn Dr. Klemm untergebracht. Man habe sich dazu entschieden, dass die Schwäne zum Ortsbild gehören.

Ortschaftsrat Walzog erklärt, für ihn sei neu, dass sie im Winter dort untergebracht seien, es sei für ihn aber in Ordnung, gehe jedoch aus dem Schreiben nicht hervor.

Herr Behr antwortet, in dem Schreiben stehe vieles nicht drin.

Der Ortschaftsrat stimmt dann einstimmig:

Der Ortschaftsrat Schönfeld-Weißig beschließt die Verwendung von Verfügungsmitteln in Höhe von 4.500,00 Euro und stellt diese der Verwaltung als Zweckbindung für eine kurzfristige Ersatz-beschaffung des Winterquartiers sowie einer Einzäunung für die Schwäne auf dem Grundstück am Schloss Schönfeld zur Verfügung. Nach Abschluss der Maßnahme sind nicht verbrauchte Mittel dem Ortschaftsrat wieder zurückzuführen.