Schlägerei am Bahnhof: Spur in Rap-Szene?
Nach der Auseinandersetzung mit zwei Verletzten am Dresdner Hauptbahnhof ermittelt die Dresdner Polizei mit Hochdruck, sucht weiter Zeugen. Zwei Gruppen waren am Donnerstagabend kurz nach 20:00 Uhr am Casino im Bereich Bernhardtstraße/Winkelmannstraße aneinandergeraten. Ein Teil der Beteiligten stammte aus Berlin, bestätigte ein Polizeisprecher. Der andere Teil kam aus Dresden. Die elf gestellten Männer sind im Alter von 18 bis 36 Jahren. Es handelt sich um sechs Deutsche, zwei Iraker, zwei Albaner und einen Syrer. Zwei Personen wurden verletzt, hätten sich selbst inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen, teilte die Polizei auf Anfrage mit. Einsatzkräfte konnten vor Ort eine Schreckschusspistole, Messer und einen Baseballschläger sicherstellen. Alle Beteiligten sind wieder auf freiem Fuß. Nähere Angaben zu den Hintergründen machte die Polizei nicht. Spur führt in Rap-SzeneNach unseren Informationen soll einer der Beteiligten zu Dresdner Rapper-Gruppe "KMN Gang" gehören. Die Polizei wollte dazu keine Angaben machen, auch um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Auch das Portal Tag24 berichtete über einen entsprechenden Verdacht. Das Management der Gruppe war zunächst nicht zu erreichen.Aus gut informierten Kreisen war zu erfahren, dass die Ermittlungen auch in Richtung Rapper-Szene geführt werden. Bereits seit einigen Monaten gibt es insbesondere in Youtube- und Facebook-Videos aus der Berliner Szene Drohungen in Richtung der Dresdner Rapper. Diese Videos sind auch weiter abrufbar. So wollte die Berliner Gruppierung bereits im März den Dresdnern einen "Besuch" abstatten. Ob diese Drohungen in Verbindung mit dem Geschehen von Donnerstagabend stehen, ist unklar. Ein Facebook-Posting von Donnerstag, bei dem die Berliner auf dem Neumarkt posierten und auf extra gedruckten T-Shirt sich abfällig über die Dresdner äußern, spricht allerdings Bände.Zwar ist es im "Gangster-Rap" nicht ungewöhnlich, den "Macker zu markieren". Möglicherweise ist aus diesen Drohungen nun aber eine handfeste Auseinandersetzung geworden, so die Vermutung in Ermittlerkreisen. Handfeste Belege dafür gibt es aber noch nicht. Das Motiv und die Hintergründe sind noch unklar, so die offizielle Auskunft der Pressestelle.Ein anderes Mitglieder der Dresdner Rap-Gang war 2015 wegen Drogenhandels und einem Messerstich im "Musikpark" zu einer Haftstrafe verurteilt worden, wie die Morgenpost damals berichtet. Nach eigenen Angaben bei Facebook kam er kürzlich als Freigänger wieder frei. Auch KMN-Mitglied "Zuna" hatte kürzlich Kontakt zu Ermittlungsbehörden. Im Februar 2017 postete er bei Facebook den Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Dresden, damals sei das Studio der Gruppe in Dresden Ziel einer Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft gewesen. Auch dabei ging es um Drogen. Anfragen unseres Senders an das Management der Dresdner Gruppe blieben bis Freitagnachmittag unbeantwortet.Der Kripo sind die Verbindungen in den Rap-Bereich bekannt. Für die Ermittler gilt es nun Fakten zusammenzutragen und die Beteiligten zu befragen. Ermittelt wird zunächst wegen Verdachts des Landfriedensbruches. Im Zuge der weiteren Ermittlungen muss nun der konkrete Tatablauf sowie der Hintergrund der Auseinandersetzung geklärt werden, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Zeugen, welche die Auseinandersetzung beobachte haben, werden gebeten, sich bei der Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 zu melden.