Schäfer protestieren vor dem Landtag
Schäfer haben am Donnerstagvormittag vor dem Landtag in Dresden für den Erhalt ihres Berufsstandes protestiert. Die Aktion war teil einer bundesweiten Aktion vom Bundesverband der Berufsschäfer. Schäfer Enrico Steiner brachte zur Übergabe einer entsprechenden Petition auch den Schafsbock "Hans" mit auf den Vorplatz am Landtag. Dort wurde die Petition an Landtagspräsident Matthias Rößler übergeben.
Schäfer verdienen demnach teilweise unter dem Mindestlohn, sie fordern finanzielle Unterstützung in Form einer Weidetierprämie. Die Zahl der Schafe in Mitteldeutschland hat sich innerhalb von zwanzig Jahren auf 250.000 fast halbiert. In Sachsen waren es zuletzt noch etwa 50.000 Schafe. Die Weidetierprämie würde helfen, sagen die Schäfer. Für jedes Tier, dass in der Natur rumsteht und grast,
soll es Geld geben, um die 40 Euro pro Schaf wünschen sich die Schäfer.
Die Forderungen vom Berufsverband der Schäfer:
Im Jahr 2016 gab es nur noch 989 haupterwerbliche Schäfereien, 13 % weniger als 2010. Diese Betriebe beweiden über 6,4 % des Dauergrünlandes, darunter viele Naturschutzflächen.
Durch die hohen Kosten einer naturnahen Tierhaltung ist die Schäferei nicht wirtschaftlich und am preisgetriebenen Markt kaum konkurrenzfähig. Die Weidetierprämie soll Schäfer*Innen für ihre gesellschaftlichen Leistungen entlohnen und dem Beruf eine Zukunft geben.
In 22 anderen europäischen Mitgliedstaaten werden jährlich rund 500 Millionen Euro an Weidetierprämien für Schafe und Ziegen gezahlt. Nur nicht in Deutschland. Statt auf die Entlohnung der öffentlichen Leistungen von Landwirten setzt die Bundesregierung auf Marktorientierung und Export.
Die Bundesregierung kann die Weidetierprämie bereits ab 2019 einführen. Es genügt eine Mitteilung an die europäische Kommission bis zum 1. August 2018. Eine Entscheidung dazu könnte bereits auf der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern fallen, die vom 25.-27. April in Münster stattfindet.