Wer alles Schadenersatz fürs Brücken-Desaster fordert
Die am 11. September eingestürzte Carolabrücke wird für die Stadt Dresden immer teurer! Zum einen soll eine neue Brücke mindestens 150 Millionen Euro kosten - hauptsächlich von der Stadt finanziert. Das Bundesverkehrsministerium lehnte trotz der Bundeswasserstraße Elbe und der B170, die über die Brücke führt, jegliche Fördermittel für den Straßenbau ab.
Doch auch die Beräumung der in die Elbe gestürzten Beton- und Stahlmassen kostet, laut Ratsunterlagen, über 2 Millionen Euro. Die Sofortmaßnahmen inkl.Einsatzzentrale kommen in ähnlicher Höhe obendrauf. Die Verkehrssicherung und Steuerung kosten ebenfalls über 2,3 Mio. Euro und das aufwendige Messverfahren, um die Standsicherheit der Carolabrücke zu überwachen und die Ursachenforschung sind mit 620.000 Euro veranschlagt. Alles in allem: 7 Millionen Euro nur für den Abriss des eingestürzten Brückenteils! Der Restabriss kommt noch dazu und wird mit dem Verzug der Abrissarbeiten immer teurer.
Und nun melden sich mehr und mehr Firmen, die ihre Umsatzverluste der Stadt möglicherweise in Rechnung stellen werden. Die Weiße Flotte bezifferte ihre Umsatzverluste vom letzten Jahr auf 2,2 Mio. Euro. Geschäftsführer Stephan Bloch: „Ich muss prüfen, ob man Schadensersatzansprüche stellen kann. Das ist die Aufgabe, die ich als Geschäftsführer erfüllen muss.“
Tschechiens größter Schiffsbetrieb, die Werft EVD aus Prag, ist da schon weiter. Von ihr warten seit Monaten zwei Hotelschiffe, ein Fahrgastschiff und zwei Transportschiffe auf die Durchfahrt durch Dresden Richtung Hamburg und Nordsee. Geschäftsführer Lukas Hradsky: „Wir haben unseren Schaden von über 500.000 Euro bei der Stadt Dresden über einen Anwalt in Berlin angemeldet. Wir warten ab, ob die Stadt mit uns sprechen will oder wir müssen vor Gericht gehen.“
Hradsky sagte weiterhin: „Meiner Meinung nach könnte der Abriss viel schneller gehen. Wir haben der Stadt auch Technik für den Brückenabriss angeboten... Es wäre möglich, das mehrere Monate schneller zu machen.“