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Sanierungs­arbeiten am Residenzschloss kommen voran

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Das Residenz­schloss bekommt immer mehr von seiner höfischen Pracht zurück. Derzeit wird intensiv an zwei Räumen gebaut: dem kleinen Ballsaal und dem langen Gang. Letzterer geht oberhalb des Fürsten­zugs entlang, misst 100 Meter und soll ab Ende 2019 als Gewehr­ga­lerie der Rüstkammer genutzt werden. Im kleinen Ballsaal laufen gerade die Vergol­dungs- und Malerei­ar­beiten an der Decke. Mitte 2018 wird der Saal fertig­ge­stellt und dann als Ausstel­lungs­raum für die Staat­li­chen Kunst­samm­lungen Dresden verwendet.In die Wieder­her­stel­lung der beiden Räume inves­tiert der Freistaat insge­samt 16,6 Millionen Euro. Dabei fließen auch 2017 sechs Millionen Euro vom Bund. „Das Geld ist gut angelegt“, sagte Günter Winand, Minis­te­ri­al­di­ri­gent der Kultur­staats­mi­nis­terin. 2013 bis 2016 kamen 23 Millionen Euro aus Berlin für den Schloss-Wieder­aufbau. „Und wir haben die stille Hoffnung, dass es so weiter­geht.“  Der 1865 bis 1868 nach dem Entwurf eines Mitar­beiter des Archi­tekten Gottfried Semper entstan­dene Kleine Ballsaal gilt als wichtiges Zeugnis des Histo­rismus. Die Wände sind mit weißgrauem Marmor verkleidet, auch die umlau­fende Galerie wurde rekon­stru­iert. Decke und Übergänge zieren musizie­rende Putten, Blumen­kinder und Ornamente und sind durch­zogen von Rosetten, Eichen­laub- oder Lorbeer­ranken, sämtlich vergoldet wie die Leuch­ter­auf­hän­gungen. Das Blatt­gold wurde sehr fein und dünn aufge­tragen, insge­samt 800 Gramm. Mit Hilfe einer künst­li­chen Licht­decke soll auch das einst natür­liche Oberlicht nachge­bildet werden, sagte der Leiter der staat­li­chen Bauver­wal­tung in Dresden, Ulf Nickol. Der rund 120 Quadrat­meter große Raum bekommt eine Fußbo­den­hei­zung unter vierfar­bigem Parkett: Eiche, Ahorn, Mahagoni, Palisander. Er wird künftig für Sonder­schauen genutzt, in den „Langen Gang“ zieht die Gewehr­ga­lerie der Rüstkammer.Die 100 Meter lange und 4,60 Meter breite einstige Verbin­dung vom Schloss zu den Stallungen entsteht in der Gestalt von 1733 wieder: mit Holzdie­lung, Butzen­scheiben in den Fenstern und farbiger Renais­sance-Holzdecke mit 84 Feldern. Darunter werden nach 2019 die Meister­werke europäi­scher Büchsen­kunst des 16. bis 18. Jahrhun­derts präsen­tiert.  Die 1945 zerstörte Residenz sächsi­scher Kurfürsten und Könige aus dem 16. Jahrhun­dert wird seit 1985 wieder auf- und zum Museums­zen­trum der Staat­li­chen Kunst­samm­lungen Dresden ausge­baut. Bisher wurden rund 316 Millionen Euro in Sachsens größte Kultur­bau­stelle inves­tiert. 2017 kommen 13,6 Millionen Euro, 2018 etwa 17 bis 18 Millionen Euro hinzu. Nach bishe­rigen Schät­zungen werden sich die Kosten am Ende auf 380 Millionen Euro summieren. Zum Fertig­stel­lungs­termin hält sich der Finanz­mi­nister bedeckt. „Qualität geht vor Zeit.“