Sachverständiger soll Betrugsvorwürfe in Polizeihochschule Rothenburg untersuchen
Sachsens Innenminister Roland Wöller hat eine umfassende Aufklärung der Manipulationsvorwürfe in der Polizeihochschule in Rothenburg gefordert. Ein Sachverständiger werde Abläufe und Prozesse im Prüfungsgeschehen untersuchen und bis zum nächsten Frühjahr seinen Bericht vorlegen, kündigte Wöller heute Nachmittag an. Ein hoher Beamter soll Studenten Prüfungsaufgaben und Lösungen durchgesteckt haben. Sie durften angeblich die Unterlagen fotografieren. Später tauchten sie im Internet auf. Der Beschuldigte wurde inzwischen suspendiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Innenminister betonte, ihm sei wichtig, dass Externe die Untersuchung führen, um jeden Zweifel auszuräumen. „Gerade beim Führungsnachwuchs der Polizei kommt es auf eine untadelige Haltung und Charakter an.“ Ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren sei bereits eingeleitet, darüber hinaus werde es noch ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten geben. Es ist nicht der erste Vorfall seit Gründung der Polizeihochschule, der Schlagzeilen machte. So wurde Ende der 1990er Jahre auf dem Parkplatz ein Dozent mit Klausuren niedergeschlagen. Die Arbeiten verschwanden. Der Fall wurde nie aufgeklärt. 2002 wurden auf Dienstrechnern Pornos entdeckt. Das Landeskriminalamt ermittelte damals.