Sachsens früherer Landesbischof Hempel gestorben
Der frühere Bischof der evangelischen Landeskirche Sachsens, Johannes Hempel, ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren am Donnerstag in einem Dresdner Altenzentrum, wie das Landeskirchenamt am Freitag mitteilte. Der gebürtige Zittauer war von 1972 bis 1994 Landesbischof und damit in der Umbruchzeit am Ende der DDR, die erhebliche Auswirkungen auch auf die Kirche hatte. 1991 bis 1997 wirkte Hempel zudem als stellvertretender Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Er sei ein „Experte für Ökumene“ gewesen, habe unter großen Herausforderungen in unterschiedlichen politischen Systemen Kirchengeschichte gestaltet und geprägt, sagte Ralf Meister, Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). „Die Verkündigung des Evangeliums in klaren Worten sowie sein Engagement für Demokratie und Frieden waren ihm ein großes Anliegen.“ Hempel habe seinen Dienst mit Leidenschaft und Gottvertrauen ausgeübt.
Drei seiner Amtsnachfolger würdigten ihn als bedeutenden Theologen und Prediger. Er habe besonders in den dramatischen Zeiten vor und nach 1989 „mit großer geistlicher Vollmacht gewirkt und wichtige Impulse gesetzt“, sagte Volker Kreß (1994-2004). Jochen Bohl (2004 bis 2015) lobte „theologische Kompetenz, geistliche Lebensführung und gesellschaftliche Wirksamkeit“. Für den amtierenden Landesbischof Tobias Bilz war eine große Stärke Hempels, „schwierige Situationen zu ordnen und das wegweisende Wort zu sprechen“.
Hempel studierte zunächst in Tübingen Philosophie, Germanistik und Geschichte, später in Heidelberg und Berlin zusätzlich Theologie. Er war Studentenpfarrer in Leipzig und lehrte am dortigen Predigerkolleg. (dpa)