Dresden gedenkt Opfer der Pogromnacht
Mit etlichen Gedenkveranstaltungen wird in Dresden am Dienstag der Opfer der nationalsozialistischen Pogromnacht am 9. November 1938 gedacht.
Am Vormittag eröffnete Oberbürgermeister Dirk Hilbert an der goldenen Pforte am Rathaus die Installation „Verschwindende Wand“. Diese vereint auf 6.000 Holzklötzchen Zitate von Überlebenden der Konzentrationslager. Die beweglichen Zitatklötzchen machen die Botschaften der Überlebenden sichtbar – zum Mitnehmen, damit sie nie in Vergessenheit geraten.
An der Stele im Brühlschen Garten ist am Dienstagnachmittag um 15.30 Uhr eine Gedenkveranstaltungen mit Wort und Musik geplant. Nach dem offiziellen Teil findet für geladene Gäste der Festakt „20 Jahre Weihe Neue Synagoge Dresden“ in der Synagoge statt. Diese Veranstaltung wird ab 17.00 Uhr im Livestream übertragen.
Am Abend um 19 Uhr wird auf die Fassade des Alten Leipziger Bahnhof ein Video projiziert. Damit soll an seine Funktion als Deportationsort erinnert werden. Zu einer musikalischen Lesung aus dem „späten Tagebuch“ des Juden Max Mannheimer lädt die SLUB. Das riesa efau zeigt den mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Zustand und Gelände“. Er zeigt die sogenannten wilden Konzentrationslager in Sachsen. Im Anschluss gibt es ein Gespräch. Und 19.30 Uhr beginnt in der Annenkirche ein Gedenkkonzert mit dem Dresdner Kammerchor.
Auch in Chemnitz, Leipzig, Zwickau, Wurzen und Görlitz sind weitere Gedenkveranstaltungen geplant.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 war es im gesamten Deutschen Reich zu Pogromen gegen Juden und Jüdinnen gekommen. Bei den Gewaltausschreitungen der SA- und SS-Angehörigen unter zentraler Leitung der NS-Führung wurden mehr als 1300 Menschen getötet und 30 000 Menschen in Konzentrationslager verschleppt. Jüdische Geschäfte wurden demoliert, Synagogen und Gebetshäuser in Brand gesteckt - unter anderem auch die Synagoge am Hasenberg in Dresden. (mit dpa)
Wir erinnern heute sowohl an die Pogrome gegen Juden, an Leid und Zerstörung als auch an die Friedliche Revolution. Heute denke ich besonders an die Weihe der neuen Dresdner #Synagoge vor zwei Jahrzehnten. #Sachsenpic.twitter.com/a2tdpbhDPb
— Michael Kretschmer (@MPKretschmer) November 9, 2021