Sachsen-Bashing auf Stern-Titelblatt
"Sachsen, ein Trauerspiel" und "Zwischen Justizskandalen und Fremdenhass - ein Report über das dunkelste Bundesland" - so hat der "Stern" sein aktuelles Magazin vom Donnerstag aufgemacht. Auf dem Cover wird die Semperoper im düsteren Licht gezeigt. Damit geht das „Sachsen-Bashing“ in eine neue Runde. Hier läuft alles falsch, es wird verdrängt, es wird geleugnet, Minister treten nach Fehlern nicht zurück. So ist es in dem Artikel zu lesen. Ganz schlecht kommt auch Dresden weg: die Innenstadt ist ein brauner Exerzierplatz. Hier dürfen Nazis alles.Die Chefin der Dresdner Marketing GmbH Bettina Bunge sagte zum Thema unserem Sender: "Wir bekommen jeden Tag E-Mails und Briefe mit Beschimpfungen. Wir versuchen zu erklären, wie die Lage ist. Und dass es sich trotzdem lohnt hierher zu kommen oder zumindest mit uns in Dialog zu treten." Allerdings ist auch Bunge selbstkritisch: "Man kann nicht einfach als Slogan sagen: Dresden ist weltoffen. Man muss konkrete Projekte und Personen in den Mittelpunkt rücken."Das Medienblog Flurfunk merkte zum Titelblatt des Stern an: "Wir verkneifen wir uns mal jeglich Kommentierung. Nur soviel: Das hilft nicht." Tag24 fragt: "Oder liegt der Stern-Titel doch richtig? Beschönigen wir Sachsen unsere Situation zu sehr? Stellen wir uns nicht entschieden genug gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz? Tragen wir mit unserem mangelnden Widerstand gegen die hässlichen Seiten unseres Bundeslandes dazu bei, dass es von Außenstehenden nur noch als Fratze wahrgenommen wird?"