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Museum in Reitzendorf lädt zu Sommer-Filmnächten

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Was auch in diesem Jahr im Kleinbauernmuseum in Dresden Reitzendorf auf dem Programm steht, erinnert an das Landkino in Dörfern aus längst vergangener Zeit. Jeweils in den Monaten Juni, Juli, August und September werden hier unter dem Motto „Kino im Dorf - Dorf im Kino“ Filme gezeigt.

Herumgesprochen haben sich die Filmnächte mittlerweile nicht nur im Hochland. Organisator ist der Heimatverein Schönfelder Hochland e. V. Die Idee dazu hatte Kameramann Rudolf Clauß. „Ich zeige Filme, in denen es um das Leben im Dorf geht. Das sind keine, die gegenwärtig im Kino laufen.“

Die Streifen stehen auf einer Wunschliste, die mit von Besuchern erstellt wird. „Ich gebe ihnen Zettel, auf den sie ihren Filmwunsch schreiben können.“ Gewünscht wurden für diesen Sommer auch die Klassiker „Die glorreichen Sieben“ mit Yul Brynner und „Die sieben Samurai“ von Akira Kurosawa. „DEFA-Filme sind auf der Wunschliste der Renner.“

Bereits als Jugendlicher hatte Rudolf Clauß sich der Filmkunst verschrieben. „Im Oberen Gasthof“ in Reitzendorf war ich Kartenabreißer, konnte so jeden Film sehen.„ Schon davor war in ihm der Entschluss gereift, Kameramann zu werden. Mit dem Wunsch konnten seine Eltern mit einem Bauernhof und acht Kindern jedoch nichts anfangen. Dazu passte der künstlerische Beruf nicht.

Der belesene Sohn ließ sich nicht davon abbringen und bewarb sich nach der Lehrausbildung an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam Babelsberg. Nach dem erfolgreichen Abschluss hatte er das Diplom als Kameramann in den Händen. Damit wurde er beim Fernsehen der DDR angestellt. Nach dessen Auflösung wechselte er zum Mitteldeutschen Rundfunk.

Bei den Filmabenden gibt es wie einst beim Landfilm einen Vorfilm. Das sind meist Streifen aus den ehemaligen DEFA-Trickfilmstudios. “Sie werden uns vom Deutschen Institut für Animationsfilm in Dresden zur Verfügung gestellt. Dafür benutze ich meinen Projektor TK 35 von 1951, für 35-mm-Streifen, der bei Carl Zeiss in Jena gebaut wurde.„ Das leichte, monotone Rattern und Knattern der Kinomaschine erinnert an das Kino von einst. Hauptfilme werden mit Technik unseres modernen Zeitalters vorgeführt, mit digitalem Datenspeicher, DvD.

Bei schönem Wetter gibt es im Kleinbauernmuseum Freilichtkino. Ist Regen angesagt, dann kann in der Scheune Platz genommen werden. Der Film wird dann auf die gegenüberliegende Hauswand projiziert. Für Rudolf Clauß hat sich damit der Kreis vom Kartenabreißer zum Filmvorführer geschlossen.