Risse an Nossener Brücke: Stadt sperrt Fahrspur
Die Dresdner Stadtverwaltung macht ernst und wird demnächst auf der Nossener Brücke eine Fahrspur stadtauswärts sperren. Das bestätigte das Straßen- und Tiefbauamt auf unsere Anfrage. Der genaue Termin steht laut Rathaus noch nicht fest, die Planungen wurden jetzt aber eingeleitet.
Grund sind Risse an Schweißnähten auf der Brücke über die Bahngleise. Diese haben sich trotz des neuen Tempo-30-Limits vergrößert, hieß es. Das Tempo-30-Limit bleibt bestehen, es wird auch weiterhin geblitzt. Bei drei Kontrollaktionen sind in den vergangenen Wochen bei 4500 Durchfahrten rund 1340 Fahrer geblitzt worden. Wir hatten mehrfach exklusiv über die Aktionen und die Kritik daran berichtet.
„Ignoranz gegenüber Verkehrszeichen“
Ein Stadtsprecher teilte auf unsere Anfrage mit: „Die Tempo 30 Schilder waren mit der Hoffnung verbunden, die dynamischen Lasteinwirkungen auf das Bauwerk soweit zu reduzieren, dass sich die vorhandenen Schäden - Risse - nicht weiter ausbreiten. Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt: Die Risse haben sich weiter vergrößert. Alternativ müssen wir über eine Tonnagebegrenzung oder die Sperrung eines Fahrstreifens entscheiden. Zum Schutz des Bauwerkes und unter Würdigung des Nutzerverhaltens - Ignoranz gegenüber Verkehrszeichen - kommen wir um die Einziehung des rechten Fahrsteifens nicht umhin. Das hierfür notwendige Verfahren ist eingeleitet worden. Vermutlich werden wir noch in den Sommerferien soweit sein. Die Tempo 30-Regelung bleibt danach weiterhin bestehen.
Neubau der Brücke frühestens ab 2023
Ein Neubau der Nossener Brücke ist noch in weiter Ferne. Für das Projekt Stadtbahn 2020 soll künftig die Straßenbahn von der Kesselsdorfer Straße über die dann neu gebaute Brücke in Richtung Nürnberger Platz rollen. Bis das umfangreiche Bauprojekt starten kann, muss die Brücke noch durchhalten.