Riesen Ärger: Schulturnhalle bleibt Flüchtlingsunterkunft
Große Aufregung herrscht an der 30. Oberschule in der Dresdner Neustadt. Dort soll die Turnhalle anders als geplant noch bis Schuljahresende als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden.
Die Schulleiterin Anett Riemer wurde darüber von der Stadt nicht informiert, bestätigte uns ein Sprecher des Kultusministeriums. Sie habe das zufällig vom Malteser-Hilfsdienst erfahren und sei so vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Jetzt muss nicht nur der Sportunterricht, sondern auch das Abschlussfest abgesagt werden.
Das Kultusministerium hat die Stadt aufgefordert, kurzfristig eine andere Unterbringungsmöglichkeit für die Flüchtlinge bereitzustellen, um den Sportunterricht an der 30. Oberschule abzusichern. Denn eigentlich sollten alle Schulturnhallen längst wieder für den Schul- und Vereinssport freigegeben werden.
Die Stadt hat nach unseren Informationen zugewiesene Flüchtlinge aus der Türkei, Libanon und Syrien in der Halle einquartiert, und das obwohl die zuständige Landesdirektion noch eigene freie Kapazitäten hat.
Bei einem kleinen Krisentreffen am Dienstagmittag kamen die Schulleiterin, Lehrer, Eltern und Schüler zusammen. Auch die Amtsleiterin für Schulen Katrin Düring war vor Ort. Sie sagte zu, dass die Schule die Turnhalle gegen Ende Juni wieder nutzen könne, nannte aber keinen konkreten Termin. Düring versprach außerdem, bei der Suche nach einem alternativen Feierort für das Abschlussfest zu helfen, falls dieses nicht in der Turnhalle stattfinden kann. Das Fest könnte dann eventuall auch im Festsaal des Rathauses gefeiert werden.
Für die Schulleiterin ist es zu mindestens ein kleiner Hoffnungsschimmer. Jedoch müssten die Dusch- und Toilettenräume nach der nun sehr intensiven Nutzung saniert werden, so Riemer weiter.
