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Richtfest für neues Großgefängnis - JVA soll 2024 in Betrieb gehen

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Der Bau des neuen Großgefängnisses in Zwickau hat eine neue Etappe erreicht. Die Rohbauarbeiten auf dem mehr als 30.000 Quadratmeter großen Gelände sind abgeschlossen, so dass am Freitag Richtfest gefeiert wurde. „Wir bauen hier eine der modernsten Justizvollzugsanstalten Deutschlands“, sagte der Amtschef des sächsischen Finanzministeriums, Dirk Diedrichs, in Zwickau. Die neue Justizvollzugsanstalt für Sachsen und Thüringen soll den Angaben nach bis Mitte 2024 fertig sein und dann schrittweise in Betrieb gehen. Sie wird 820 Gefangenen beider Bundesländer Platz bieten. Umgeben ist das Areal von einer sechs Meter hohen Mauer.

Die Kosten sind heftig gestiegen – von anfangs 112 Millionen auf jetzt rund 303 Millionen Euro. Das sei vor allem der allgemeinen Baupreisentwicklung geschuldet, sagte Diedrichs. Inzwischen seien nur noch wenige Gewerke zu vergeben. „Wir hoffen, dass es nicht mehr wesentlich teurer wird.“

Mit dem Neubau würden moderne Haftbedingungen geschaffen, um die Gefangenen zu resozialisieren und auf ein möglichst straffreies Leben nach der Haft vorzubereiten, betonte Thüringens Bauministerin Susanna Karawanskij (Linke). Dazu gehörten neben Therapieangeboten auch Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Den Angaben zufolge ist hinter der Gefängnismauer auch Therapie mit Tieren geplant. Zudem wird es Langzeitbesuchsräume geben, wo die inhaftierten Männer Zeit mit ihren Kindern oder auch Partnerinnen und Partnern verbringen können.

Für das Leben nach der Haft sei wichtig, dass familiäre Beziehungen nicht abreißen, erklärte Sachsens Justizstaatssekretär Mathias Weilandt. Dabei spiele auch die wohnortnahe Unterbringung der Gefangenen eine wichtige Rolle.

Mit dem JVA-Neubau ist die alte Industriebrache des früheren Reichsbahnausbesserungswerks in Zwickau-Marienthal verschwunden. Geschaffen werden sechs Hafthäuser für den geschlossenen und ein Hafthaus für den offenen Vollzug, eine Sporthalle, Arbeitsbetriebe sowie Kultur- und Verwaltungsgebäude mit einem Besucherzentrum.

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Dirk Diedrichs