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Residenzschloss präsentiert Paraderäume mit Originalmöbeln

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Mit der Wiedereröffnung des Residenzschlosses am 11. Februar 2022 gibt es Neuigkeiten aus den Paraderäumen: Nach Abschluss umfangreicher Restaurierungen installierte das Kunstgewerbemuseum die letzten noch fehlenden Prunkmöbel aus dem 18. Jahrhundert in den Räumen. Mehr als 80 Jahre nach der kriegsbedingten Auslagerung sind nun insgesamt 39 erhaltene Originale wieder an ihre ursprünglichen Standorte zurückgekehrt – darunter vergoldete Silbermöbel, geschnitzte und vergoldete Tische und kleine Beistelltische. Damit endet für das Kunstgewerbemuseum ein umfassendes Restaurierungsprojekt, dessen Konzeption bereits in den 1980er-Jahren begonnen wurde.

Die Boulle-Marketerie-Objekte zählen dabei zu den Highlights der Dresdner Paraderäume. In ihrer Qualität und ihrem Umfang sind sie national und international von großer Bedeutung. Der Pariser Kunsttischler André-Charles Boulle (1642-1732) wurde im späten 18. Jahrhundert Namensgeber für Prunkmöbel dieses bestimmten Typus. Fein ausgesägte und zu Ornamenten zusammengesetzte Einlegearbeiten, auch Marketerien genannt, sind für diesen charakteristisch. Für die filigranen Verzierungen verwendete man Schildpatt und Messing. August der Starke erwarb diese Marketerie-Objekte zum Zwecke der herrschaftlichen Repräsentation. Deshalb stellten sie bei der Einrichtung der Paradeappartements 1719 einen großen Teil des Mobiliars dar. Die erhaltenen Exponate stammen aus den renommiertesten Pariser Ébénisten-Werkstätten der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Neben Nicolas Sageot und Jean-Pierre Latz stammen auch Objekte aus der Werkstatt des Namensgebers André-Charles Boulle. So sind beispielsweise zwei Toilette-Koffer die einzigen Möbel ihrer Art, die sich im deutschsprachigen Raum erhalten haben.

Der überwiegende Teil der ausgestellten Möbel wurde durch freischaffende Spezialisten in den Werkstätten des Kunstgewerbemuseums in Dresden restauriert.