Rekordhaushalt für 2017 und 2018 vorgestellt
Die Stadtverwaltung Dresden hat am Donnerstagvormittag ihren Haushaltsentwurf für die nächsten zwei Jahre vorstellt. Eine knappe Milliarde Euro (2017: 921 Millionen Euro, 2018: 974 Millionen Euro) steht laut Plan im Rathaus an Deckungsmitteln jeweils zur Verfügung. So rechnet Dresden im kommenden Jahr mit rund 550 Millionen Euro an Steuereinnahmen (z.B. aus Gewerbesteuer, Lohnsteuer und Grundsteuer), sowie mit 373 Millionen Euro an Allgemeinen Schlüsselzuweisungen, das sind Gelder, die der Freistaat zur Verfügung stellt.Das meiste Geld muss die Stadt in den Jugend- und Sozialbereich stecken_ zum Beispiel zur Betreuung von Kindern, die aus Familien stammen, bei denen es mit Drogen oder Gewalt Probleme gibt ("Hilfen zur Erziehung") - allein dafür stehen 79 Millionen Euro im kommenden Jahr zur Verfügung, ein Plus von über zehn Prozent. Über 50 Prozent aller städtischen Ausgaben entfallen auf den Sozialbereich (einschließlich Kita-Aufwendungen). Auch in den Schulbau wird weiter kräftig investiert, dafür ist eine viertel Milliarde Euro in den nächsten zwei Jahren eingeplant.Aufgestockt werden die Gelder auch im Kulturbereich, der Betrieb von Kraftwerk Mitte und Kulturpalast schlägt mit zusätzlich rund zehn Millionen Euro zu Buche. Zudem soll im Personalbereich mehr Geld ausgegeben werden, Grund sind beispielsweise die Tarifabschlüsse für die Erzieher. Außerdem sollen 300 neue Stellen im Rathaus geschaffen werden.Städtischer Sparstrumpf wird geleert Allerdings muss die Stadt an ihre Rücklagen ran und muss ein Minus von etwa 66 Millionen Euro aus dem Sparstrumpf in den nächsten zwei Jahren ausgleichen. "Der Sparstrumpf ist dann aufgebracht", sagte Finanzbürgermeister Vorjohann. "Lurche verhindern Schulbau"Vorjohann rechnet aber beispielsweise beim Schulbau mit weiteren Verzögerungen und damit mit Geldern, die nicht ausgegeben werden. "Da finden sich bestimmt wieder viele Lurche, die den Bau einer Schule verzögern", sagte Vorjohann mit einem Augenzwinkern. Bereits jetzt sitzt die Stadt auf 90 Millionen Euro, die für Schulbauten fest verplant sind, allerdings konnten die entsprechenden Arbeiten noch nicht beginnen.Nun soll der neue Haushalt mit den Stadträten diskutiert werden. Die Rot-Rot-Grünen Fraktionen wollen dort wieder eigene Akzente setzen, zum Beispiel bei der Finanzierung von Präventionsangeboten. Man habe 2015 und 2016 solide und vernünftig gewirtschaftet, teilten die Fraktionen in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Es sei gelungen, dass es noch Rücklagen gebe und die Stadt ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen könne. Den Entwurf des Haushaltes werde man nun in Ruhe prüfen und dann eigene Akzente setzen.