Jetzt mit Video! Razzia in Chemnitz und Annaberg-Buchholz
Bei einer bundesweiten Razzia im sogenannten Reichsbürgermilieu sind am frühen Donnerstagmorgen mehrere Objekte durchsucht worden ‒ auch in Sachsen. In Chemnitz und Annaberg-Buchholz (Einfamilenhaus am Wiesaer Weg) konnten dabei zwei Haftbefehle vollstreckt werden. Ein weiterer Mann wurde in Bayern festgenommen. Das bestätigte ein Sprecher des ermittelnden LKA Bayern unserem Sender.
Durchsuchungen in drei Bundesländern
Die Aktion begann um 6 Uhr morgens ‒ gleichzeitig in Bayern, Sachsen und Thüringen. Insgesamt waren acht Objekte betroffen: vier in Bayern, drei in Sachsen und eines in Thüringen. Rund 300 Beamte waren beteiligt, darunter auch Spezialeinheiten. In Sachsen durchsuchten Einsatzkräfte unter anderem Wohnungen in Chemnitz und im Erzgebirgskreis. In Thüringen war der Landkreis Eichsfeld betroffen, in Bayern die Regionen Forchheim und Nürnberger Land.
Daten, Waffen, Verdacht auf Terror
Die Ermittler stellten Datenträger und Gegenstände sicher, die unter das Waffengesetz fallen. Die Auswertung der Funde läuft. Die Beschuldigten ‒ fünf Männer und eine Frau zwischen 40 und 61 Jahren ‒ stehen im Verdacht, Mitglieder oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung zu sein. Drei Männer sitzen nun in Untersuchungshaft. Die Haftbefehle hatte das Oberlandesgericht München bereits vorab ausgestellt.
Verbindung zur Gruppe um Prinz Reuß
Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren des Generalbundesanwalts. Die Verdächtigen sollen Teil eines Netzwerks um den selbsternannten „Prinz Reuß“ sein. Diese Gruppe plante laut Bundesanwaltschaft, die bestehende Staatsordnung gewaltsam zu stürzen ‒ und durch ein eigenes System zu ersetzen. Bereits im Dezember 2022 hatte es dazu eine große Festnahmewelle gegeben.
Geplantes Schießtraining auf Bundeswehrgelände
Die aktuellen Beschuldigten sollen sich unter anderem im April 2022 an einem Schießtraining auf einer ehemaligen Bundeswehranlage bei Bayreuth beteiligt haben ‒ mit Kurz- und Langwaffen. Ziel war laut den Ermittlern offenbar ein möglicher Angriff auf den Bundestag.