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Rechts- und linksextreme Szene in Dresden konstant

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Die links- und rechts­ex­treme Szene in Dresden ist im vergan­genen Jahr laut Verfas­sungs­schutz konstant geblieben. Bis zu 400 Personen werden der aktiven rechts­ex­tremen Szene in Dresden zugeordnet. Noch einmal genauso viele sind es im Umland (LK Meißen 100, LK Sächsi­sche Schweiz/Osterz­ge­birge 300). Sachsen­weit stieg die Zahl rechts­ex­tremer Straf­taten (z.B. Propa­ganda Delikte), bei Gewaltstraf­taten gab es aber einen Rückgang. Die Zahl rechts­ex­tremer Gewalt­taten in Dresden habe sich von 56 auf 25 mehr als halbiert, heißt es im aktuellen Bericht des Verfassungsschutzes für 2016 (PDF). Brand­an­schläge aus links­ex­tremer Szene im Blick Der links­ex­tremen Szene werden 70 Personen in Dresden zugeordnet. Diese sei im vergan­genen Jahr vor allem durch mehrere Brand­an­schläge auf Autos von politi­schen Gegnern aufge­fallen. Autos von Pegida-Teilneh­mern brannten im Januar 2016 an der Marien­brücke, Fahrzeuge von Thyssen­Krupp brannten, und auch die Polizei war Ziel von Brand­an­schlägen:"Am 23. Juni 2016 setzten Unbekannte einen PKW der Thyssen­Krupp Aufzüge GmbH inBrand. Hierdurch wurde dieser vollständig zerstört und ein daneben geparktes Fahrzeug desselben Unter­neh­mens beschä­digt. In einem Tatbe­kenntnis begrün­deten die mutma­ß­li­chen Täter ihren Anschlag damit, dass, das Unter­nehmen Deutsch­lands größtes Rüstungs­un­ter­nehmensei und für die „Rüstungs­macht Deutsch­land“ stehe, welche „Mitver­ur­sa­cherfür die Flucht von tausenden Menschen“ sei.  Am 3. November 2016 wurde erneut ein Fahrzeug angezündet, das mit einer Aufschrift desselben Unter­neh­mens gekenn­zeichnet war.Am 2. Oktober 2016 setzten Unbekannte drei geparkte Dienst­fahr­zeuge der Polizei in Brand. Es entstand ein erheb­li­cher Sachschaden. Offen­sicht­lich ist dabei der zeitliche Zusam­men­hang zu den für den 2. und 3. Oktober angekün­digten Protesten gegen die zentralen Feier­lich­keiten zum Tag der Deutschen Einheit."Pegida kein Beobach­tungs­ob­jektPegida Dresden ist beim Verfas­sungs­schutz weiter kein Beobach­tungs­ob­jekt, "da in der Gesamt­schau keine hinrei­chenden tatsäch­li­chen Anhalts­punkte für eine verfas­sungs­feind­liche Bestre­bung vorliegen", heißt es in dem Bericht:"Grund­sätz­lich bieten sowohl Inten­tion als auch Rhetorik von PEGIDA ideolo­gi­sche Anknüp­fungs­punkte für Rechts­ex­tre­misten: So offen­baren ressen­ti­ment­be­la­dene Redebei­träge oder Sprech­chöre auf PEGIDA-Kundge­bungen mitunter nicht nur fremden- und islam­feind­liche Tendenzen. Sie zeigen bei einem Teil der Sympa­thi­santen auch eine grund­le­gende Politik­ver­dros­sen­heit und ein Misstrauen bis hin zur Feind­schaft gegen­über etablierten Parteien und Politi­kern („Volks­ver­rä­ter“), Journa­listen und Medien („Lügen­presse“) sowie gegen­über Flücht­lingen („Rapefu­gees“). Dementspre­chend nehmen regel­mäßig Rechts­ex­tre­misten an PEGIDA-Veran­stal­tungen teil.Die Verfas­sungs­schutz­be­hörden analy­sieren daher sorgfältig, ob und inwie­weit es hinsicht­lich PEGIDA Dresden wie auch hinsicht­lich der sehr hetero­genen und bundes­weiten GIDAPro­test­be­we­gung Steue­rungs- oder Einfluss­nah­me­ver­suche durch natio­nale und inter­na­tio­nale Rechts­ex­tre­misten gibt.Die Veran­stal­tungen der GIDA-Bewegungen wurden somit im Jahr 2016 wieder­holt als Bühne und Aktions­platt­form von Rechts­ex­tre­misten genutzt. Eine dauer­hafte und struk­tu­relle Zusam­men­ar­beit zwischen GIDA-Gruppie­rungen und Rechts­ex­tre­misten erfolgte jedoch trotz verein­zelten punktu­ellen Zusam­men­wir­kens im Rahmen konkreter Veran­stal­tungen nicht."