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Razzia zu Ausschreitungen von Heidenau

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Das Landeskriminalamt hat über zwei Jahre nach den Ausschreitungen in Heidenau eine weitere Razzia gestartet. Im Rahmen der Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs durchsuchten Beamte des neuen Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums am Donnerstag zwei Objekte in Heidenau und Bannewitz. "Die beiden Beschuldigten, ein 21-Jähriger aus Heidenau und ein 31-Jähriger aus Bannewitz, werden verdächtigt, an den Gewaltstraftaten gegen Flüchtlinge, Flüchtlingsunterkünfte und politisch Andersdenkende im August 2015 beteiligt gewesen zu sein. An den Ausschreitungen waren auch Mitglieder der „Gruppe Freital“ und „Freie Kameradschaft Dresden“ beteiligt", teilte ein Sprecher des LKA mit.  Bei der Durchsuchung wurde demnach eine Vielzahl an Beweismitteln sichergestellt. Es handelt sich um mehrere Mobiltelefone, Notebooks, verschiedene Speichermedien und Tatkleidung, hieß es. So konnte demnach beispielsweise ein Sweatshirt zugeordnet werden. Die Speichermedien werden nun durch Ermittler ausgewertet. Außerdem fanden die Beamten in der Heidenauer Wohnung eine Cannabispflanze und mehrere Kartons mit ungetrockneten Cannabisblüten. Deshalb wird sich der 21-jährige Beschuldigte zusätzlich wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten müssen.Die beiden Männer sind nach Angaben eines LKA-Sprechers nicht festgenommen worden, weil aktuell keine Haftgründe vorliegen.Bereits vor einigen Wochen verurteilte das Amtsgericht Dresden einen Beschuldigten, der an den gewaltsamen Ausschreitungen in Heidenau im Jahr 2015 beteiligt war, wegen besonders schweren Landfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von zwei Jahren und acht Monaten. Auch weitere Beschuldigte wurden bereits verurteilt, so zum Beispiel im November 2016. Rund 50 Verdächtige waren nach den Ausschreitungen ermittelt worden.