• Vor der Zeltstadt an der Bremer Straße hatte es 2015 gewaltsame Ausschreitungen gegeben. (Foto: Archiv/dpa)

    Vor der Zeltstadt an der Bremer Straße hatte es 2015 gewaltsame Ausschreitungen gegeben. (Foto: Archiv/dpa)

  • Mehrere Ermittlungsverfahren und Prozesse gegen FKD-Mitglieder laufen und liefen bereits seit einer geraumen Zeit (Foto: Archiv/Red)

    Mehrere Ermittlungsverfahren und Prozesse gegen FKD-Mitglieder laufen und liefen bereits seit einer geraumen Zeit (Foto: Archiv/Red)

Razzia im Umfeld der rechtsextremen Freien Kameradschaft Dresden

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30 Beamte von Polizei und der Sonderkomission Rechtsextremismus haben in den frühen Morgenstunden die Wohnungen von sieben Verdächtigen in Dresden gesucht. Sie sollen eine kriminelle Vereinigung gegründet haben und für Angriffe auf Asylbewerber, Andersdenke und Polizisten verantwortlich sein - zudem soll es Verbindungen zur Freien Kameradschaft Dresden geben. Die Beamte haben Totschläger, Quarzhandschuhe, Pyrotechnik, Anabolika und Handys, Tablets und andere Datenträger sichergestelt.

Nach unseren Informationen richtet sich die Razzia gegen die sogenannte "Reisegruppe 44". Bereits 2018 war die Gruppe im Fokus der Ermittler, allerdings konnte kein konkreter Nachweis der Täter und Mitglieder erbracht werden. Deswegen gab es nach unseren Informationen nun die neuerliche Razzia. Eines der mutmaßlichen Mitglieder, der "große Leubener" Rene H. spielte mehrfach in einem FKD-Prozess eine Rolle, wie die SZ damals berichtete.

Die "Reisegruppe 44" soll beim Höhepunkt der Flüchtlingsbewegungen nach Dresden und den massiven Protesten in Heidenau, Freital und Dresden eine Gruppe neben der FKD gegründet haben, da ihnen die Kameradschaft zu "unprofessionell" war. So schilderten es Zeugen im Rahmen eines FKD-Prozesses. Die "44" wird als Code für DD, also Dresden genutzt (das "D" als vierter Buchstabe im Alphabet).

Mitteilung der Dresdner Staatsanwaltschaft

In einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Dresden durchsuchten mehr als 30 Beamte der Soko REX* des Landeskriminalamtes sowie der Polizeidirektion Dresden am heutigen Tage die Wohnungen von sieben Tatverdächtigen. Diese und weitere Personen stehen im Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gegründet und in den Jahren 2015 und 2016 mehrere Straftaten zum Nachteil von Asylbewerbern, politisch Andersdenkenden und Polizeibeamten begangen zu haben. Auch Verbindungen zu Mitgliedern der ehemaligen Freien Kameradschaft Dresden (FKD) sind Gegenstand der Ermittlungen.

 

Bei den heute erfolgten Durchsuchungen der insgesamt sieben Wohnungen in Dresden wurden Mobiltelefone, ein Tablet-Computer, diverse Speichermedien, ein Totschläger, Quarzhandschuhe und ein Elektroschocker sichergestellt. Neben weiteren potentiellen Beweismitteln, wie z.B. diversen Kleidungsstücken, konnten darüber hinaus auch illegale Pyrotechnik und Anabolika sichergestellt werden.

 

Die Ermittlungen der Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Dresden und der Soko REX* des Landeskriminalamtes dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

 

Neben diesem Verfahren werden von der Staatsanwaltschaft Dresden und der Soko REX* des Landeskriminalamtes noch weitere Ermittlungsverfahren gegen diese und weitere Beschuldigte wegen des Verdachts Besonders schwerer Landfriedensbrüche im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Ausschreitungen im Sommer 2015 vor einem Zeltlager für Flüchtlinge in Dresden und vor einer Erstaufnahmeeinrichtung in Heidenau, bei denen auch mehrere Polizeibeamte verletzt wurden, geführt. In diesem Zusammenhang wird gegen zwei weitere Beschuldigte bereits vor dem Landgericht Dresden verhandelt.

Weitere Hintergründe zur FKD nach der ersten großen Razzia 2016.