Randale in zwei Dresdner Erstaufnahmeeinrichtungen

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In den Erstaufnahmeeinrichtungen an der Bremer Straße und der Hamburger Straße hat es am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag Randale gegeben.

Etwa 25 Bewohner sind in der Bremer Straße auf den Sicherheitsdienst losgegangen. Wie uns die Polizei sagte, wurden die Security-Mitarbeiter mit Stühlen attackiert und mit Steinen beworfen. Auch ein Messer wurde eingesetzt.

Drei Wachmänner wurden verletzt und mussten ärztlich versorgt werden. Ein Sicherheitsmann kam mit Stichverletzungen ins Krankenhaus. Die Polizei konnte fünf mutmaßlich Beteiligte ausmachen. Ein Mazedonier, zwei Tunesier und zwei Libyer wurden vorläufig festgenommen. Auslöser des Tumults war offenbar ein Übergriff bei der Essensausgabe kurz nach 21:00 Uhr. Die Sicherheitsmänner wollten den Verstoß gegen die Hausordnung unterbinden und wurden deshalb angegriffen.

Landesdirektion: zu viel Essen gehortet

Die zuständige Landesdirektion hat am Freitagmittag auf Anfrage ausführlich Stellung bezogen. Ein Sprecher teilte schriftlich mit: "Ein Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung nahm entgegen der Hausordnung große Mengen Lebensmittel aus dem Speiseraum mit. Er wurde vom Betreuungspersonal darauf hingewiesen, dass die Lebensmittel im Speiseraum verzehrt werden müssen. Er ignorierte dies. Die Regelung dient der Hygiene in der Unterkunft und darüber hinaus dazu, dass Horten von Speisen auf den Zimmern zu unterbinden."

Angriff mit Messer, Steinen, Latten

Und weiter erläutert der Sprecher: "Im Anschluss kam es zu einer Diskussion zwischen dem Bewohner und einem Betreuer. Während dessen griff ein weiterer Bewohner der Unterkunft einen Wachschutz-Mitarbeiter mit einem Messer an. Der Angriff wurde von mehreren Wachschutz-Mitarbeitern abgewehrt. Daraufhin griff eine Gruppe von Bewohnern die Wachschutz-Mitarbeiter sowie Betreuer an, in dem sie diese mit Steinen, Betteilen, Stühlen, Tischbeinen und anderen Gegenständen bewarfen."

LDS: Gegessen wird im Speiseraum

Und weiter erklärte die Landesdirektion: "Die in der EAE ausgegebenen Lebensmittel müssen im Speiseraum der Einrichtung verzehrt werden. Dies gilt auch in der Zeit des Ramadans. Während der Zeit des Ramadans werden zusätzliche Essenszeiten in der Nacht angeboten."
Folgende Essenzeiten gibt es in der Einrichtung:

Regulär:
08:00 – 10:00 Uhr  
12:40 – 14:00 Uhr   
18:00 – 20:00 Uh

Zusätzlich im Ramadan:
01:00 – 03:00 Uhr
20:30 – 22:00 Uhr

Auseinandersetzung auch an Hamburger Straße

In der Erstaufnahmeeinrichtung an der Hamburger Straße kam es ebenfalls zu einer Auseinandersetzung zwischen Bewohnern und Mitarbeitern eines Sicherheitsunternehmens.
Den Ermittlungen zufolge geriet ein Tunesier (25) mit dem Sicherheitsdienst in einem Essenszelt in Streit. Kurz darauf schlug der 25-Jährige mit einer Eisenstange nach einem der Mitarbeiter (33) und traf ihn am Arm. Daraufhin mischten sich weitere Hausbewohner in den Streit ein. Den Mitarbeitern gelang es schließlich, die Lage zu beruhigen.  Alarmierte Polizeibeamte nahmen die Personalien der Beteiligten auf und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein, teilte die Polizei mit.

Auch Stadtverwaltung hat Sonderregeln zum Ramadan

Auch die Stadt Dresden hat für ihre Gemeinschaftsunterkünfte Sonderregeln. In den städtischen Gemeinschaftseinrichtungen werden die Nutzungszeiten für den Zeitraum des Ramadans erweitert, teilte die Stadt mit: "Beispielsweise stehen in der Einrichtung an der Karl-Stein-Straße 24 die Gemeinschaftsküchen, statt wie sonst bis 22:00 Uhr, nun ganztägig zur Verfügung. In Unterkünften mit Vollverpflegung erfolgt, bei Bedarf, eine Verschiebung der Ausgabezeit für die Mahlzeiten, hieß es aus dem Rathaus. Und weiter teilte das Sozialamt mit: "Sollte die Landesdirektion einen Erfahrungsaustausch mit der Stadtverwaltung wünschen, wird sie sich mit der Landeshauptstadt Dresden in Verbindung setzen."

(Redaktioneller Hinweis: Der Artikel wurde am Mittag um neue Informationen der Landesdirektion und der Dresdner Polizei ergänzt.)