- Am Montag hatten hunderte Radfahrer für Radstreifen auf der Brücke demonstriert
Radstreifen am Blauen Wunder kommen im Oktober
Der geplante Verkehrsversuch mit Radstreifen auf dem Blauen Wunder kommt nun doch. Oberbürgermeister Dirk Hilbert kündigte am Donnerstag an, dass die Markierungen voraussichtlich am 15. Oktober aufgebracht werden.
Die Situation für Radfahrer rund um das Blaue Wunder müsse dringend verbessert werden, erklärte der OB, der das Vorhaben zunächst gestoppt hatte. Der Verkehrsversuch soll laut Hilbert Klarheit über den richtigen Weg geben. Sollte sich herausstellen, dass Busse und Bahnen unverhältnismäßig benachteiligt werden, müssen man den Versuch wieder abbrechen.
Die geplante Markierung eines Radstreifens auf dem Blauen Wunder im Rahmen eines Verkehrsversuches hatte in den vergangenen Tagen für erhebliche Diskussionen gesorgt. „Alleine die heftige Debatte hat gezeigt, dass es ein Informationsdefizit gegeben hat und sowohl Stadträte als auch Stadtbezirksbeiräte mehr Erklärungen seitens der Verwaltung erwartet haben. Ich habe den zuständigen Fachbereich ausdrücklich gebeten, das nachzuholen und so wird dies unter anderem im Stadtbezirksbeirat Blasewitz am 27. September geschehen“, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn soll dann Rede und Antwort stehen.
Sowohl Stadtratsbeschlüsse als auch das Radverkehrskonzept der Landeshauptstadt Dresden sehen eine Verbesserung der Situation für den Rad- und Fußverkehr auf dem Blauen Wunder vor. Gegenwärtig sind zwischen Körner- und Schillerplatz keine vom übrigen Verkehr getrennten Radverkehrsanlagen vorhanden, sodass Radfahrer oft gefährdet sind. Trotz fehlender Radverkehrsanlagen ist die Radverkehrsmenge auf dem Blauen Wunder seit 2018 um 46 Prozent gestiegen. Der Kfz-Verkehr hat im selben Zeitraum um 13 Prozent abgenommen.
Um Radfahrstreifen auf dem Blauen Wunder und in der Zufahrt zum Schillerplatz einrichten zu können, muss ein Fahrstreifen für des Kfz-Verkehrs wegfallen. Im Vorfeld wurden durch die Reduzierung von Spuren aber auch erhebliche Verspätungen für die Buslinie 61 und 84 aus Richtung Grundstraße in der Spitzenstunde früh berechnet. Durch die Anpassung der Ampel-Steuerung am Schillerplatz konnten diese reduziert werden.
Ich werde im Stadtbezirksbeirat Blasewitz am 27. September nochmal ausführlich informieren und den Mitgliedern des Bauausschusses weiter Informationen übermitteln.
— Stephan Kühn (@stephankuehn) September 21, 2023
Reaktionen der Dresdner Stadträte und des ADFC
Die SPD-Ratsfraktion begrüßt die Entscheidung. „Endlich hat diese Hängepartie ein Ende. Es bleibt schleierhaft, warum Baubürgermeister und Oberbürgermeister diese Frage öffentlich klären mussten“, erklärt Stefan Engel, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.
„Die Dresdner Bevölkerung erwartet zurecht, dass die Verwaltung mit einer Stimme spricht. Der Verkehrsversuch ist eine große Chance für den Radverkehr im Dresdner Osten. Aber natürlich müssen die Auswirkungen z.B. auf die DVB intensiv ausgewertet werden.“
Gut, dass der Verkehrsversuch endlich beginnen kann, sagen auch die Grünen. „Die gute Vorbereitung aus der Verwaltung hat den Oberbürgermeister offensichtlich davon überzeugt, dass dieser Versuch eine vernünftige und sinnvolle Lösung eines für viele Dresdnerinnen und Dresdner drängenden Problems ist“, sagt Susanne Krause, Sprecherin für Mobilität.
Auch der ADFC reagiert erleichtert. "Wir freuen uns, dass es nach 22 Jahren nun endlich losgehen wird" zeigt sich Nils Larsen vom Vorstand des Fahrradclubs zufrieden. "Wir waren von Anfang an optimistisch, dass die Radwege am Ende kommen werden. Schließlich spricht einiges dafür und die Brücke wird ja auch nicht nur von Autos befahren." Der ADFC erwartet, dass durch die neuen Radwege mehr Menschen auf ihren Wegen über das Blaue Wunder vom Auto aufs Rad umsteigen werden, was weiter zur Entlastung beiträgt.
