Radfahrer demonstrieren mit Schwimmnudeln auf der Winterbergstraße
Mit einer ausgefallenen Aktion demonstrierte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Dresden am Mittwochmorgen für einen ausreichenden Überholabstand von Radfahrenden. Die Teilnehmenden der Demonstration klemmten sich Poolnudeln an die Gepäckträger ihrer Räder und fuhren mehrere Runden auf der Winterbergstraße. So verdeutlichten sie, welchen Abstand Autos mindestens einhalten müssen, wenn sie Radfahrende überholen. Mehr als die Hälfte aller Überholvorgänge von Radfahrenden werden mit weniger als dem notwendigen Mindestabstand von 150cm durchgeführt.
Gesa Dickert aus dem Vorstand des ADFC Dresden hält das knappe Überholen für ein essentielles Problem: „Das Sicherheitsempfinden spielt eine zentrale Rolle bei der Wahl des Verkehrsmittels. Wir wissen, dass sich viele Menschen gegen die Fahrt mit dem Rad entscheiden, weil sie sich durch das enge Überholen gefährdet fühlen.“ Die knappen Überholvorgänge führen zu einer großen und unterschätzten Gefährdung und Einschüchterung von Personen, die auf dem Rad unterwegs sind. 2018 gaben 80% der Dresdner*innen an, dass sie regelmäßig von Autos bedrängt und behindert werden, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind.
„Für uns ist es aber nicht nur eine Frage des individuellen Verhaltens, sondern auch der Infrastruktur. Der vorgeschriebene Mindestabstand gilt nicht nur, wenn Radfahrende im fließenden Verkehr auf der Straße fahren, sondern auch wenn sie auf Schutzstreifen oder Radfahrstreifen unterwegs sind. Schmale Streifen suggerieren oftmals, dass ein enges Überholen von Radfahrenden angedacht ist“, sagt Gesa Dickert. Auf der Winterbergstraße sind Radfahrende auf einem schmalen Schutzstreifen zwischen parkenden und fahrenden Autos unterwegs. Der notwendige Überholabstand von 150cm wird hier sehr oft nicht eingehalten, da die Fahrbahnmarkierung ein enges Überholen forciert. Nach Ansicht des ADFC können breite Radfahrstreifen eingerichtet werden, wenn einer der beiden Parkstreifen entfällt.