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Radeberg-Mord - Angeklagter bestreitet Tat

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Im Prozess um eine ermordete Afghanin in Radeberg hat der angeklagte Ehemann die Tat bestritten. Er liebe seine Frau und seine Kinder. Dazu wäre er nicht imstande, erklärte sein Verteidiger Andreas Suchy zu Verhandlungsbeginn am Landgericht Görlitz. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 32-jährigen Afghanen vor,  seine fünf Jahre jüngere Frau im Juni vergangenen Jahres in der gemeinsamen Wohnung mit einem Schal erdrosselt zu haben, und zwar aus niederen Beweggründen. Sie habe seinen Moral- und Wertevorstellungen   nicht mehr gehorchen und sich ihm nicht mehr unterordnen wollen. 

In einem Schreiben, das in der Verhandlung verlesen wurde, behauptet der Angeklagte, dass er zur Tatzeit nicht in der Wohnung war. Er sei mit den Kindern Döner und Getränke kaufen gewesen.  Von unterwegs habe er sie angerufen und zwei SMS geschickt, ohne Antwort zu bekommen. Bei seiner Rückkehr habe die Wohnungstür halb offen gestanden. Er fand seine Frau nach eigenen Angaben regungslos auf dem Boden liegend im Schlafzimmer. „Sie blutete aus der Nase“.  Daraufhin habe er den Notruf gewählt.  Er äußerte auch, dass seine Frau Kontakt zu einem anderen Mann, ebenfalls einen Afghanen, hatte und mit ihm einen Tag vor ihrem Tod telefoniert habe. Sie soll ihn angefleht haben ‚Bitte gib mir mein Geld zurück, ich bin mit meinem Mann glücklich‘

An der Toten, ihrer Kleidung, dem Schal  sowie an anderen Stellen am Tatort stellte die Polizei umfangreiches genetisches Spurenmaterial sicher.  Es stammte von ihm, den Kindern und einem anderen Mann. Eine genaue Zuordnung war mitunter nicht möglich, da es sich um sogenannte Mischspuren handelte.  

Der Prozess wird fortgesetzt.