Rad-Experiment am Blauen Wunder wird heißt diskutiert
Seit einer Woche läuft der Verkehrsversuch für Radwege auf dem Blauen Wunder in Dresden. Die Meinungen gehen weit auseinander, das Thema wird kontrovers diskutiert.
Laut Fahrradclub ADFC haben sich schon viele Dresdner auf die neue Situation eingestellt. Der Fahrradclub verweist auf Daten des VVO, wonach die Verspätungen der Buslinien 61 und 63 deutlich zurückgegangen sind. Der Verkehrsversuch müsse unbedingt fortgesetzt werden, um sinnvolle Ergebnisse zu erhalten, so der ADFC.
Die CDU dagegen will das Radexperiment per Eilantrag im Stadtrat stoppen. Kommt das Thema diesen Donnerstag zur Abstimmung, würde der Antrag vermutlich eine Mehrheit finden. Denn auch Linke, FDP, Freie Wähler und AfD fordern ein Ende des Verkehrsversuchs.
Die Handwerkskammer erklärte ihn am Montag für gescheitert. Kammerchef Jörg Dittrich verweist auf die Wartezeiten für die motorisierten Verkehrsteilnehmer. Der Versuch beeinträchtige über Gebühr das Handwerk. Die Betriebe stünden mit ihren Fahrzeugen im Stau und seien somit nicht auf der Baustelle, so Dittrich.
„Wie zu beobachten ist, hat die neue Aufteilung des Straßenraums Folgen für alle Verkehrsteilnehmer. Doch so wünschenswert ein besseres Radverkehr-Konzept ist, darf es doch nicht dazu führen, dass andere Verkehrsteilnehmer über Gebühr belastet werden“, argumentiert Dittrich. Das Handwerk sehe die Notwendigkeit, Verkehrsraum auch für Fahrradfahrer sicher und ausreichend zur Verfügung zu stellen. Der Versuch am Blauen Wunder zeige aber, dass nachgesteuert werden müsse, um Fahrradverkehr, Wirtschaftsverkehr und öffentlichen Personennahverkehr gleichberechtigt aufzustellen.
Der frühere FDP-Politiker und Chef des neu formierten Teams Zastrow, Holger Zastrow, bekräftigte seine Kritik an der Politik von Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (Grüne). „Man muss zudem davon ausgehen, dass sich die Situation im Winterhalbjahr, wenn deutlich mehr Menschen mit Auto und Bus unterwegs sind, oder wenn große Straßenbaumaßnahmen wie zurzeit in Laubegast beendet sind, garantiert noch verschlimmern würde. Die Behinderungen im Berufsverkehr, aber auch für Rettungsfahrzeuge, die Stadtreinigung, Dienstleister, Handwerker und Pflegedienste fallen völlig aus dem Rahmen und sorgen bereits jetzt für Planungsschwierigkeiten und zusätzliche Kosten.“