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Pyrotechnik bei FSV-Aufstiegsfeier - Fußballfans vor Gericht

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Zwickau (dpa/sn) - Es sollte eine ausge­las­sene Fanparty werden und endete mit Ermitt­lungen des Staats­an­walts: Weil sie bei der Aufstiegs­feier des FSV Zwickau im vergan­genen Mai Pyrotechnik gezündet haben sollen, wird vier Männern der Prozess gemacht. Die Staats­an­walt­schaft wirft den Angeklagten im Alter zwischen 23 und 37 Jahren vor, inmitten einer Menge von 5000 Menschen Feuer­werks­körper und Rauch­töpfe abgebrannt zu haben. Die Anklage lautet auf gefähr­liche Körper­ver­let­zung. Für zwei der vier Männer war die Verhand­lung am Dienstag schon nach gut zwei Stunden vorüber: Nachdem sie die Tat vor dem Amtsge­richt Zwickau großen­teils einge­räumt hatten, wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauf­lage von 2000 Euro vorläufig einge­stellt. Ein Unbekannter habe ihm die Bengalo-Fackel vor dem Rathaus­balkon in die Hand gedrückt, sagte der 37-jährige Zwickauer. Er habe sie ohne nachzu­denken in die Luft gehalten und selbst die Pyrotechnik nicht  mitge­bracht. Der jüngste Angeklagte hatte die Tat zu Prozess­be­ginn umfas­send einge­räumt. Er habe mit zwei roten Rauch­töpfen, die er vor der Feier von zuhause geholt habe, seine Freude ausdrü­cken wollen. „Das ich damit andere gefährde, das habe ich nicht bedacht“, sagte der 23-Jährige. Der vierte Mann schweigt bislang zu den Vorwürfen, seinem Vertei­diger zufolge ist er aber auf Fotos deutlich zu erkennen. Er steht demnach unter Bewäh­rung und hat zwölf Einträge im Vorstra­fen­re­gister, unter anderem wegen vorsätz­li­cher Körper­ver­let­zung. Bei der Feier auf dem Zwickauer Haupt­markt wurden acht Personen verletzt. So erlitt eine Zeugin eine Verbren­nung der Hornhaut. „Mir war überall heiß am Körper, ich bin in die Hocke gegangen, habe mir die Tasche über den Kopf gehalten und habe gemerkt, dass ich etwas am rechten Auge habe“, schil­derte die 55-Jährige das damalige Geschehen. Ursprüng­lich waren fünf Männer angeklagt. Wegen der Erkran­kung eines Vertei­di­gers wurde das Verfahren gegen einen 26-Jährigen abgetrennt. Die Verhand­lung wird kommenden Donnerstag unter anderem mit Aussagen von Polizisten fortge­setzt. Voraus­sicht­lich wird dann auch das Urteil verkündet.