Prozess um Einbruch in Grünes Gewölbe beginnt im Januar
Am Dresdner Landgericht beginnt am 28. Januar der Prozess um den Einbruch in das Grüne Gewölbe. Angeklagt sind sechs junge Männer. Ihnen wird die Beteiligung an dem Einbruch vorgeworfen, so das Landgericht.
Für den Prozess hat das Landgericht Termine angesetzt, die bis in den März hineineichen. Verhandelt wird vor der Jugendkammer, weil zwei Beschuldigte zur Tatzeit noch unter 21 Jahre alt waren. Die Beschuldigten sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt.
Bei dem Einbruch im November 2019 hatten die Täter Schmuckstücke von überragender kunst- und kulturhistorischer Bedeutung gestohlen. Die Beute - bis heute spurlos verschwunden - hat einen Gesamtwert von über 113 Millionen Euro.
Zwei Männer waren am frühen Morgen in das Gebäude in der Altstadt eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine geschlagen und darin befestigte Schmuckstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert herausgerissen. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Coup auf das Konto des bekannten Berliner Remmo-Clans geht, der auch für Straftaten wie den Goldmünze-Diebstahl aus dem Bode-Museum 2017 verantwortlich gemacht wird. Alle Angeklagten stammen aus der arabischstämmigen Großfamilie und sind in Untersuchungs- oder Jugendstrafhaft.
Sie sollen zuvor einen Stromkasten in Schlossnähe sowie eines ihrer Fluchtautos in der Tiefgarage eines Wohnhauses in Brand gesetzt haben. Zudem war das Gitter des Einstiegsfensters in das Museum im Erdgeschoss Tage vorher durchtrennt und dann provisorisch zusammenklebt worden - das blieb unbemerkt, weil dieser Bereich zwischen Mauer und Fenster im toten Winkel liegt.
Die Beschuldigten wurden bei mehreren Razzien seit November 2020 in Berlin gefasst. Die Ermittlungen zu weiteren Beteiligten und zum Verbleib der Kunstschätze dauern an. Seit März läuft die Fahndung nach vier inzwischen identifizierten Männern, die im Verdacht der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl stehen. Sie könnten Ende November den Tatort ausgespäht haben und damit an der Vorbereitung des Coups beteiligt gewesen sein.