Prozess gegen Komplizin nach Brandanschlag in Dresden-Prohlis
Gut ein halbes Jahr nach den beiden Strafprozessen zu dem Brandanschlag auf ein geplantes Asylbewerberheim im Oktober 2015 in Dresden steht am Mittwoch eine mutmaßliche Komplizin der verurteilten Täter vor dem Landgericht der Elbestadt. Die 23-Jährige ist wegen Beihilfe zur Brandstiftung angeklagt. Sie soll am 5. Oktober 2015 per SMS vor der Polizei gewarnt und geraten haben, die Attacke auf die Schule im Plattenbauviertel Prohlis um einen Tag zu verschieben. Gegen deren Nutzung als Flüchtlingsheim hatte es heftige Proteste gegeben. Vier 32- bis 35-Jährige hatten in der Nacht zum 7. Oktober sogenannte Molotowcocktails hergestellt und diese Brandsätze auf das Gebäude geworfen, in die wenige Tage später Flüchtlinge einziehen sollten. Die Männer, die keine weiteren Ausländer in der Nachbarschaft wollten, wurden im Sommer zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren und fünf Monaten bis dreieinhalb Jahren verurteilt. Die Feuerwehr konnte die Flammen seinerzeit schnell löschen, verletzt wurde niemand. Ihrer mutmaßlichen Komplizin werden zudem versuchte gefährliche Körperverletzung und Nötigung vorgeworfen. Sie soll auch im Juli 2015 bei einer NPD-Demonstration am Dresdner Erstaufnahmelager sowie vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau im August 2015 Journalisten aggressiv bedrängt und behindert sowie mit Flaschen beworfen haben. Für den Prozess hat die Große Strafkammer insgesamt vier Verhandlungstage bis zum 13. Januar angesetzt. (dpa)