Protest gegen Industriegebiet am Barockgarten Großsedlitz
Eine Bürgerinitiative kämpft seit Jahren gegen einen geplanten Industriepark am Barockgarten Großsedlitz. Dabei kommt jetzt auch Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Sie fordert, dass die Planungen für das Projekt eingestellt werden.
Die vorgesehenen Gewerbeflächen würden sowohl den denkmalgeschützten Barockgarten gefährden als auch die betroffenen Natur- und Landschaftsschutzgebiete. „Wir halten die Planung des sogenannten IndustrieParks Oberelbe bzw. des Technologieparks Feistenberg für eine erhebliche Bedrohung der Unverletzlichkeit des Barockgartens Großsedlitz“, so Dr. Steffen Skudelny in der Stellungnahme der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Für den Industriepark Oberelbe sollen 270 Hektar Land umgestaltet werden.
Bereits im November 2022 hatte die Stiftung ihre Bedenken in Schreiben an den Vorsitzenden des Zweckverbands IndustriePark Oberelbe sowie Bürgermeister der Städte Heidenau, Dohna und Pirna, formuliert – ohne bis heute jemals eine Antwort erhalten zu haben.
Der Barockgarten Großsedlitz ist eine Gartenanlage nach französischem Muster, die im 18. Jahrhundert auf deutschem Boden verwirklicht wurde. Begonnen nach 1715 als Land- und Alterssitz des Staatsministers und Generals im Dienst des sächsischen Kurfürsten August des Starken, August Christoph Graf von Wackerbarth, übernahm der Herrscher 1723 die Anlage und ließ sie durch Wackerbarth in den folgenden Jahren weiter ausbauen.
Erst der Tod Augusts 1733 setzte den Arbeiten ein Ende. Die Parkanlage wurde als Bestandteil der Dresdner Schlösserlandschaft noch jahrzehntelang vom sächsischen Hof genutzt. Bis heute gehört sie als Erbe der Blütezeit Sachsens unter August dem Starken zum Kernbestand des sächsischen Kulturbesitzes.
