Praktikant soll Kinder in einer Kita in Striesen missbraucht haben
In der städtischen Kita "Kinderwelten" in Striesen soll ein Praktikant mehrere Kinder sexuell missbraucht haben. Es soll sich um vier geschädigte Kinder handeln, sagte Polizeisprecher Marko Laske.Wie uns Polizeisprecher Marko Laske weiter sagte, ging die Anzeige am 18. Mai bei der Dresdner Polizei sein. Die Vorwürfe richten sich gegen einen 23-jährigen Deutschen, der seit März in der Kita an der Spenerstraße ein Praktikum absolvierte, inzwischen aber nicht mehr in der Einrichtung arbeitet. Wegen der aktuell laufenden Ermittlungen können weitere Details derzeit nicht genannt werden, so Laske weiter. Zuerst hatte die Dresdner Bild über die Vorwürfe berichtet.So hat sich die Stadt Dresden am Freitagnachmittag zu den Vorfällen geäußert:Die städtischen Kindertageseinrichtungen nehmen den gesetzlichen Auftrag zum Schutz der ihnen anvertrauten Kinder sehr ernst. Aus diesem Grund hat der für die städtischen Kitas und Horte verantwortliche Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen am Donnerstag, 17. Mai 2018, einen mutmaßlichen
Verstoß gegen das Kindeswohl in der Kindertageseinrichtung „Kinderwelten“ in Dresden-Striesen bei der Dresdner Polizei zur Anzeige gebracht. Ein Kind hatte sich am Dienstag, 15. Mai 2018, seinen Eltern gegenüber anvertraut und von einem Fall kinderschutzrelevanten Verhaltens durch eine zeitweise in der Kita beschäftigte Person berichtet.
Auf den Hinweis der Eltern hin hat der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen am Mittwoch, 16. Mai 2018, das laut Dienstanweisung vorgesehene interne Verfahren eingeleitet. Dieses sieht neben Strafanzeige und arbeitsrechtlichen Maßnahmen auch eine umgehende Information der gesetzlich festgelegten öffentlichen Stellen und die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern in der betroffenen Einrichtung vor.
Die Fürsorge für die der Einrichtung anvertrauten Kinder steht dabei an erster Stelle. Alle Eltern der Kita wurden noch am 17. Mai 2018 schriftlich über die der Einrichtung bekannten Erkenntnisse informiert. Die
Öffentlichkeit wurde bisher nicht informiert, um die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden nicht zu erschweren oder zu behindern. Die Landeshauptstadt Dresden hat den Schutz der Kinder deutlich höher bewertet, als den Informationsbedarf einer breiten Öffentlichkeit über einen noch nicht abschließend aufgeklärten Sachverhalt.
Durch Elterngespräche der Einrichtung wurde ein möglicherweise zweites Fehlverhalten der Person offenbar. Beide Sachverhalte werden polizeilich ermittelt. Der Anzeige haben sich nach Erkenntnissen der Landeshauptstadt Dresden vier Eltern angeschlossen. Eine weitere Mutter hat sich selbständig
an die Polizei gewandt und Anzeige erstattet.
Die verdächtigte Person wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe vorsorglich und mit sofortiger Wirkung aus der Einrichtung verwiesen. Das Beschäftigungsverhältnis wurde beendet. Wie für alle Personen, die in
Kindertageseinrichtungen des städtischen Eigenbetriebes in Kontakt mit Kindern kommen können, lag auch im vorliegenden Fall bei der Einstellung ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vor. Der Eigenbetrieb
Kindertageseinrichtungen beschäftigt insgesamt rund 2 800 pädagogische Fachkräfte und Mitarbeiter. In seinen Kitas und Horten werden knapp 28 000 Kinder betreut.
Im Rahmen des gesetzlichen Auftrages nach Paragraph 8a Sozialgesetzbuch VIII haben der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen und seine Mitarbeiter die Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass das Wohl der Kinder gesichert ist. Um das zu gewährleisten, hat der städtische Eigenbetrieb bereits vor Jahren Qualitätsstandards beschrieben. Zur Unterstützung der von ihm betriebenen Einrichtungen verfügt der Eigenbetrieb über eine Kinderschutzbeauftragte und 18 Kinderschutzberater, die die Kitas und Horte fachlich begleiten. Innerhalb der Kita „Kinderwelten“ sind diese Standards bereits im Jahr 2017
in einem Teamprozess einrichtungsspezifisch konkretisiert worden. Zu den Vorwürfen positioniert sich der Elternrat der Kita „Kinderwelten“ in Dresden-Striesen: „Alle Maßnahmen zum Schutz der Kinder wurden zeitnah ergriffen. Mehr Infos zum Fall wären für uns nicht gleichbedeutend mit mehr Kinderschutz. Man muss das Vorgehen respektieren. Wir bringen unsere Kinder weiterhin mit einem guten Gefühl in diese Kita und haben vollstes Vertrauen in das Team und die Leitung.“