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Prozess um Juwelendiebstahl: erste Zeugen geladen

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Der Prozess um den Diebstahl kostbarer historischer Juwelen aus dem Grünen Gewölbe in Dresden soll am Freitag (09.45 Uhr) in die Beweisaufnahme gehen. Für den zweiten Verhandlungstag am Landgericht sind nach Angaben eines Sprechers die ersten Zeugen geladen.

Dabei handele es sich um drei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes vom Zwinger gegenüber dem Residenzschloss, in der sich das berühmte Schatzkammermuseum befindet. Möglich sei, dass die Richter vor deren Befragung ihre Beschlüsse zu zwei noch offenen Anträgen der Verteidigung vom Auftakt verkünden.

Der Prozess gegen sechs junge Männer zwischen 22 und 28 Jahren hatte vor zwei Wochen begonnen. Die Deutschen, allesamt aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie, sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt.

Nach Überzeugung der Ermittler sind sie für den Einbruch am 25. November 2019 verantwortlich, den sie akribisch geplant und auch bei Stippvisiten nach Dresden vorbereitet haben sollen. 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro sollen die Männer gestohlen haben.

Die 22- bis 28-Jährigen waren bei mehreren Razzien in Berlin gefasst worden. Weil zwei von ihnen zur Tatzeit erst 20 Jahre alt waren, verhandelt die Große Strafkammer als Jugendkammer - in einem Hochsicherheitssaal des Oberlandesgerichts, in dem auch mehrere Verfahren mit Terror-Hintergrund geführt wurden.

Die Verteidigung hatte zum Prozessauftakt unter anderem beantragt, dass das Verfahren gegen Zwillingsbrüder abgetrennt wird, weil sie zur Tatzeit nach juristischem Maßstab noch Heranwachsende waren (dpa).