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Porzellan-Manufaktur Meissen baut Stellen ab

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Die Staat­liche Porzellan-Manufaktur Meissen will Stellen abbauen. Von derzeit 667 Arbeits­plätzen sollen 60 gestri­chen werden. Der Aufsichtsrat der Porzellan-Manufaktur beschloss am Donnerstag eine neue Unter­neh­mens­stra­tegie mit neu gestal­tetem Sorti­ment und weniger Arbeits­kräften. Aus Europas ältester Porzel­lan­ma­nu­faktur solle ein "selbst­tra­gendes Unter­nehmen" werden, teilte die Manufaktur mit. "Überka­pa­zi­täten und Ineffi­zi­enzen werden konse­quent abgebaut. Der Produk­ti­ons­standort wird durch umfang­reiche Inves­ti­tionen gestärkt", hieß es. Diese fünf Schwer­punkte plant die Manufaktur Durch eine streng markt­ori­en­tierte Produkt­po­litik mit dem Schwer­punkt Porzellan will man sich zukünftig deutlich mehr an den Bedürf­nissen der Märkte und Kunden orien­tieren. Dazu  werde das Sorti­ment neu gestaltet, berei­nigt und umfas­send moder­ni­siert.Der zweite Schwer­punkt ist neben der Weiter­ent­wick­lung des deutschen Marktes inter­na­tio­nales Wachstum. Auf den auslän­di­schen Märkten sehe man großes, noch unerschlos­senes Poten­zial. Die grund­sätz­liche Bekannt­heit der Marke sei dafür eine gute Basis. Hierzu habe man sich sehr detail­liert einzelne Märkte angeschaut und bewertet. Eine wichtige Grund­lage für den Erfolg der vorge­legten Strategie ist eine nachhaltig effizi­ente Produk­tion. Hier werde man histo­risch gewach­sene Prozesse erneuern, aber auch den Instand­hal­tungs- und Inves­ti­ti­ons­stau besei­tigen. Erklärtes Ziel ist zudem die langfris­tige Siche­rung der Kompe­tenzen im kunst­hand­werk­li­chen Bereich. Der Aufsichtsrat hat explizit die Bedeu­tung der eigenen Berufs­aus­bil­dung in der Manufaktur betont und die Geschäfts­füh­rung gebeten, diese weiter­zu­ent­wi­ckeln mit dem Ziel, mehr Raum für Kreati­vität und Breiten­qua­li­fi­ka­tion zu schaffen. Gerade die steigende Nachfrage nach Produkten, die nur Meissener Manufak­tu­risten können, mache dies notwen­diger denn je. „Dieses kunst­hand­werk­liche Können in höchster Präzi­sion und Qualität ist eines unserer wertvollsten Allein­stel­lungs­merk­male. Dies zu sichern, ist für die Zukunft des Unter­neh­mens essen­ti­ell“, sagten die Geschäfts­führer Tillmann Blaschke und Georg Nussdorfer.Der fünfte Schwer­punkt rundet das Konzept ab und ist zugleich notwen­diges Erfolgs­kri­te­rium. Nur mit einer Innova­ti­ons­kultur quer durch alle Bereiche, über alle Prozesse und gelebt von allen Mitar­bei­tern entstehe die Kreati­vität, die die Marke Meissen im 21. Jahrhun­dert braucht. „Ein modernes Produkt allein genügt nicht. Wir müssen insge­samt innova­tiver sein. Nur dann gelingt die Erneue­rung für den langfris­tigen Erfolg.“ Der Aufsichtsrat hat die Geschäfts­füh­rung aufge­for­dert, die notwen­digen Perso­nal­an­pas­sungs­maß­nahmen von ca. 60 Stellen vor allem durch Alters­ab­gänge und Alters­teil­zeit­re­ge­lungen zu errei­chen. Notwen­dige Arbeits­zeit­ver­kür­zungen sollten auf freiwil­liger Basis angestrebt werden. Die erfor­der­li­chen Perso­nal­maß­nahmen finden sozial­ver­träg­lich mit einem fairen Inter­es­sen­aus­gleich statt. Dieser wird im Dialog mit Beleg­schaft und beiden Betriebs­par­teien gestaltet.