Polizeieinsatz bei Abschiebung im Hechtviertel
Ein größeres Polizeiaufgebot ist am Montagabend im Dresdner Hechtviertel angerückt. Eine armenische Familie, die seit über zehn Jahren in Deutschland lebt, sollte abgeschoben werden. Innerhalb kurzer Zeit, waren mehrere dutzend Anwohner und Aktivisten an der Wohnung auf der Fichtenstraße vor Ort, um gegen die Maßnahme zu protestieren. Die Polizei hat dann eine getrennte Abschiebung gestartet. Zunächst wurde der Vater mit zwei Kindern weggebracht. Ein Rettungswagen rückte an, da die Mutter offenbar ärztlich versorgt werden musste. Der Krankenwagen fuhr kurz nach 21:00 Uhr mit der Mutter davon. Noch offen war anfangs der Verbleib der 10-jährigen Tochter.Bis zu 70 Demonstranten versammelten sich nach Beobachtung unserer Reporterin vor Ort an der Fichtenstraße, um gegen die Abschiebung zu protestieren. Eine Versammlung wurde angemeldet. Auch das Bündnis "Hope" mobilisierte per Twitter ins Hechtviertel. Die Polizei zog zusätzliche Kräfte zusammen. Neben Beamten aus dem Revier, rückten auch Bereitschaftspolizisten an. Die Fichtestraße wurde abgeriegelt. Anwohner, die zu ihren Wohnungen wollten, wurden einzeln von Beamten begleitet. Gegen 21:40 Uhr wurden die Fichtenstraße dann wieder freigegeben. Es kam anschließend an der Rudolf-Leonhard-Straße zu Sprechchören und lautstarken Protesten gegen die Maßnahmen der Behörden.Genauere Angaben zu den Hintergründen der Abschiebung waren zunächst noch nicht bekannt. Es soll sich nach Angaben vor Ort um eine integrierte armenische Familie handeln, die nach ca. 11 Jahren in Deutschland nun in ihr Heimatland abgeschoben werden sollte, offenbar auch getrennt. Alle drei Kinder der Familie sind in Deutschland geboren, hieß es. Nach unseren Informationen soll der Vater mit den Kindern vom Flughafen Düsseldorf aus abgeschoben werden. Gegen die Abschiebung soll ein Eilantrag auf den Weg gebracht werden, hieß es vor Ort.