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Polizeieinsatz bei Abschiebung einer Familie in Tolkewitz

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Etwa 20 bis 30 Menschen haben am Mittwochabend in Tolkewitz gegen die Abschiebung einer Familie in den Kosovo protestiert. Die Polizei drängte die Demonstranten am Reichenauer Weg ab, teilte die Polizei mit. Gegen zwei Demonstranten wollen die Beamten Strafanzeige erstatten, weil sie sich bei der Auflösung der Blockade heftig zu Wehr gesetzt haben sollen. Eine Mutter mit acht Kindern soll am Donnerstag in den Kosovo abgeschoben werden. Demonstranten widersprechen PolizeiVerletzt wurde bei dem Einsatz am Reichenauer Weg niemand, so hieß es am Vormittag von der Dresdner Polizei. Augenzeugen berichteten dagegen per Twitter und später auch im persönlichen Gespräch mit unserem Sender, dass mindestens ein Demonstrant nach dem Polizeieinsatz mit Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma mit dem Rettungswagen in die Uniklinik gebracht wurde. Ein zweiter Rettungswagen sei deswegen alarmiert worden. Zudem hätten weitere Personen Schürfwunden und Schlagstellen. Bei der Pressestelle der Dresdner Polizei war dies nicht bekannt: "Wenn sich bei uns niemand meldet oder Anzeige erstattet wegen Körperverletzung, können wir diese nicht registrieren", teilte ein Sprecher mit. Man bemühe sich aber nochmals um Kontakt zu den Beamten der Bereitschaftspolizei, die nachts im Einsatz waren.Unterdessen wurde in den sozialen Medien für Donnerstagnachmittag ab 17:00 Uhr zu einer Demonstration vor dem Innenministerium aufgerufen.Update: Am Donnerstagnachmittag teilte der Dresdner Polizeisprecher Thomas Geithner mit, dass man nun nach Rücksprache mit den Beamten vor Ort bestätigen kann, dass ein zweiter Rettungswagen vor Ort war, dort sind Demonstraten versorgt worden. Anzeigen oder Angaben zu Verletzungen liegen der Polizei bislang nicht vor.Die Abschiebung der 37-jährigen Frau aus dem Kosovo mit ihren acht Kindern im Alter zischen zwei und 17 Jahren erfolgte auf Anordnung der Landesdirektion Sachsen. Nachdem ein Asylantrag abgelehnt worden sei, habe die Familie die Chance zur freiwilligen Ausreise nicht wahrgenommen, sagte ein Sprecher der Landesdirektion. Daher sei die Abschiebung angeordnet worden. Nach Angaben der Polizei ist die Familie zum Flughafen nach Frankfurt/Main gefahren worden. Von dort sollte sie gegen 14.00 Uhr abfliegen.(Redaktioneller Hinweis: Artikel wurde am Nachmittag um neue Informationen von Augenzeugen und der Polizei ergänzt.)