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Polizeichef ruft zu Gewaltfreiheit bei Demos auf

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Dresdens Polizei­chef Dieter Kroll hat sich mit einem eindrück­li­chen Text im Vorfeld der Demons­tra­tionen am kommenden Samstag zu Wort gemeldet. Er warnt dabei vor Gewalt von Links- und Rechts­ex­tre­misten und ruft alle Demons­tra­ti­ons­teil­nehmer zu Beson­nen­heit auf. Der Polizei­chef rechnet bis zu 15.000 Teilneh­mern bei der Pegida-Kundge­bung am Königs­ufer (Filmnächte Gelände) und bis zu 10.000 Teilneh­mern bei verschie­denen Gegen­de­mons­tra­tionen. 11 Hundert­schaften der Polizei (über 1000 Beamte) werden im Einsatz sein. Die Polizei könne aber nicht überall die Demons­tranten trennen, so Polizei­chef Dieter Kroll.Kroll schreibt in seinem Pressetext (Auszüge):Der Frieden in der Stadt ist darauf angewiesen, dass sich die Aller­meisten bewusst sind, wie fragil damit die Sicher­heits­lage am Samstag im Herzen der Landes­haupt­stadt sein wird. (...) Es wird Begeg­nungen und Berüh­rungs­punkte geben – in Verkehrs­mit­teln, auf Parkplätzen oder auf dem Weg durch die Stadt. Unver­meidbar und gegen ihren Willen verwi­ckelt: tausende inter­na­tio­nale Touristen."Wer Gewalt nicht will, muss der Gewalt Grenzen setzen! Im ganz wörtli­chen Sinne heißt das für Samstag: Auf Distanz gehen! Jeder Versuch, den anderen an der Wahrneh­mung seiner Grund­rechte hindern zu wollen, setzt mögli­cher­weise eine Spirale der Gewalt in Gang.""Das soll ein Appell an alle Demons­tranten sein, sich selbst sowie das hohe Gut der Versamm­lungs­frei­heit und unser Gemein­wesen auch vor denen zu schützen, die mit offen erklärten Gewalt­ab­sichten anreisen. Ich meine Links- und Rechts­ex­tre­misten, die in ihren Gewalt­phan­ta­sien die tausenden fried­li­chen Versamm­lungs­teil­nehmer „als Deckmasse“ ins Kalkül ziehen."Abschlie­ßend geht es auch um die Rolle der Demokratie und der Polizei selbst:"Das alles ist kein Spiel mit etwa nur unmaß­geb­li­chen Folgen oder Neben­wir­kungen, die davon ausgehen können. Es geht so allmäh­lich um die Grund­werte unserer Demokratie, unseres Zusam­men­le­bens. Der Graben, der durch die Gesell­schaft geht, darf nicht noch tiefer werden!Dafür würden wir als Polizei­be­amte auch gerne selbst auf die Straße gehen! Natür­lich gewalt­frei!„Hier das vollständige Statement von Polizeichef Dieter Kroll (PDF).Verkehrs­ein­schrän­kungenEtwa 40 Polizei­be­amte werden am Samstag für die Regulie­rung des Verkehrs­auf­kom­mens einge­setzt. Durch möglichst kurzzei­tige Sperrungen sollen sie die Einschrän­kungen für die Bevöl­ke­rung so gering wie möglich halten, hieß es.Nach bishe­rigen Planungen werden ab Samstag­mittag vor allem die Dresdner Altstadt und die Innere Neustadt von den zahlrei­chen Demons­tra­tionen betroffen sein. Hier wird es die meisten Absper­rungen, Kontrollen und Einschrän­kungen geben.Parkplatz­sper­rungenIm Zusam­men­hang mit dem Polizei­ein­satz werden unter anderem die Parkplätze an der Schie­ßgasse, dem Ferdi­nand­platz und der Reitbahn­straße für den Fahrver­kehr gesperrt. Brücken­sper­rungen möglichAbhängig vom Verlauf der Veran­stal­tungen können sich am Nachmittag auch Sperrungen von Dresdner Elbbrü­cken erfor­der­lich machen. In Frage kommen dafür in erster Linie die Augus­tus­brücke, die Carola­b­rücke und die Marien­brücke. Erheb­liche Verkehrs­ein­schrän­kungen wären dann die Folge.Kontakt­te­lefon wird einge­richtetBereits im Vorfeld des Einsatzes, ab Freitag, erhalten Inter­es­sierte und Anwohner Hinweise an einem Kontakt­te­lefon.Das Kontakt­te­lefon ist zu folgenden Zeiten besetzt:5. Februar 2015,         in der Zeit von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr6. Februar 2015,         in der Zeit von 10.00 Uhr bis 20.00 UhrKontakt­te­lefon:  (0351) 483-3000