Räumung des Camps im Heidebogen ist abgeschlossen
Die Räumung des Waldstücks im Heidebogen nördlich von Dresden ist abgeschlossen. Es befinden sich keine Personen mehr auf dem Gelände, teilte die Polizei mit. Einige Höhenstrukturen müssten aber noch entfernt werden.
Am Donnerstagnachmittag wurde die letzte Person aus luftiger Höhe geborgen. Die Frau hatte sich in einer Dixi-Toilette verschanzt, die zwischen zwei Bäumen auf einer Palette schwebte. Wie die Polizei mitteilte, wurde bei der gesamten Räumungsaktion niemand verletzt. Auch am Donnerstag waren mehrere Aktivisten der Aufforderung der Polizei gefolgt, die Baumhäuser freiwillig zu verlassen. Andere wurden von Beamten auf Hebebühnen gezogen und nach unten gebracht. Eine junge Frau hatte sich in der Spitze eines Baumes angeseilt und kletterte den Höhenrettern schließlich entgegen.
Nun stehen nur noch Restarbeiten und die Rodung des Geländes an. Seit gut eineinhalb Jahren hatten in dem Camp Naturschützer gegen den Kiesabbau in dem Waldstück protestiert. Zuletzt hielten sich noch etwa 30 Frauen und Männer dort auf. Auf Anordnung der Behörden wurde das Terrain seit Mittwoch beräumt.
Die meisten Aktivisten hatten das Camp freiwillig verlassen. Das Unternehmen KBO in Ottendorf-Okrilla will in der Region Kies abbauen und besitzt dafür eine Genehmigung.
Unterdessen sind in Leipzig in der Nacht zu Donnerstag vier Fahrzeuge des Staatsbetriebs Sachsenforst abgebrannt. Die Polizei vermutet Brandstiftung und schließt einen Zusammenhang mit der Räumung des Heidebogens nicht aus. Die Fahrzeuge waren auf einem Betriebsgelände im Stadtteil Connewitz abgestellt.
Die Extremismuseinheit des Landeskriminalamtes hat wegen des möglichen politischen Hintergrunds die Ermittlungen übernommen. Der Sachschaden beträgt mindestens 100.000 Euro.
