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Polizei registriert 70 Straftaten bei BRN - drei Frauen bedrängt

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Die "Bunte Republik Neustadt" (BRN) war aus Sicht der Dresdner Polizei „ein friedliches Stadtteilfest“. Trotzdem wurden seit Freitagabend gut 70 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten registriert, vor allem Drogendelikte, Körperverletzungen und Diebstähle von Handys und Portemonnaies. Außerdem gab es drei Anzeigen wegen sexueller Belästigungen. Betroffen waren drei Frauen (24, 30 und 20 Jahre alt), die gegen ihren Willen geküsst oder unsittlich berührt wurden. Gegen einen 19-Jährigen aus Afghanistan und einen 31-Jährigen aus Pakistan wird ermittelt. Im dritten Fall ist der Täter noch unbekannt.

Der Rettungsdienst musste am Wochenende rund 100 Menschen versorgen, insbesondere wegen Schnittverletzungen oder weil die Leute zu viel Alkohol getrunken haben.

Die BRN war auch in diesem Jahr insbesondere abends sehr gut gefüllt, zehntausende Gäste tummelten sich am Freitag und Samstag im Festgebiet. Der Sonntag begann mit einem Frühstück von Anwohnern. Mit Samba, einem Kinderfest am Luther-Platz und einigen Konzerten am Abend endete das größte Stadtteilfest in Dresden.

Die Bilanzmeldung der Dresdner Polizei

Im Ganzen betrachtet war es ein friedliches Stadteilfest. Einige typische Vorkommnisse am Rande derartiger Großveranstaltungen waren dennoch zu verzeichnen. Mit Stand 17. Juni 2018, 04.00 Uhr stellten die Einsatzkräfte bislang 71 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten fest. Schwerpunkte bildeten hierbei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (18), Körperverletzungsdelikte (14) sowie Handydiebstähle (13). Weiterhin mussten vier Diebstähle von Portmonees sowie drei Verstöße gegen das Waffengesetz verzeichnet werden. Gemessen an der Vielzahl der Besucher bewegen sich die Zahlen aus Sicht der Polizei im überschaubaren Rahmen.

Besonderheiten Im Zusammenhang mit dem Einsatz sind bislang drei sexuelle Belästigungen angezeigt worden. So ist in der Nacht zum Sonntag eine junge Frau (24) von einem 19-Jährigen gegen ihren Willen auf der Alaunstraße geküsst worden. Polizeibeamte machten den aus Afghanistan stammenden Mann wenig später ausfindig. Ebenfalls in der vergangenen Nacht hat ein aus Pakistan stammender Mann (31) eine 30-jährige Frau auf dem Albertplatz unsittlich berührt. Auch der Tatverdächtige konnte wenig später von Polizeibeamten gestellt werden. Gegen beide Männer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Weiterhin ist eine 20-Jährige von zwei Unbekannten auf dem Albertplatz gegen ihren Willen geküsst worden. Die Täter entkamen unerkannt.

Am frühen Sonntagmorgen setzten Unbekannte mehrere Müllsäcke an der Böhmischen Straße in Brand. Durch das Feuer wurde eine Hausfassade in Mitleidenschaft gezogen. Abschließende Schadensangaben liegen nicht vor. Während des vergangenen Wochenendes wurden die Beamten der Dresdner Polizei von Einsatzkräften der Sächsischen Bereitschaftspolizei unterstützt. Zu den Schwerpunktzeiten, in den Nächten zum Samstag und Sonntag, waren jeweils rund 300 Beamte im Einsatz

Die Bilanz der Dresdner Stadtverwaltung

„Ein friedliches und buntes Stadtteilfest liegt hinter uns. Die Sicherheitsvorkehrungen haben sich bewährt. Dafür danke ich allen Beteiligten, insbesondere den Kräften der Polizei, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ordnungsamtes sowie den Feuerwehrkräften und den Rettungsassistenten für ihren Einsatz bei der diesjährigen BRN. Dass alle friedlich feiern konnten, ist auch ihr Verdienst und zeigt, wie wichtig eine intensive Auseinandersetzung mit allen sicherheitsrelevanten Fragen ist“, resümiert der Erste Bürgermeister Detlef Sittel die drei Festtage der Bunden Republik Neustadt.  Bis zu 100 Mitarbeiter des Gemeindlichen Vollzugsdienstes (GVD) des Ordnungsamtes waren während der BRN täglich im Einsatz. Sie setzten die verkehrsrechtliche Anordnung in den betreffenden Straßen um und sicherten damit die Aufbauphase für die einzelnen Veranstalter ab. Während des Festes sorgten die Bediensteten für die Durchsetzung und Einhaltung der Polizeiverordnung zum Stadtteilfest und sicherten damit eine weitestgehend reibungslose Durchführung des Festes.    Die Aufbauarbeiten der einzelnen Veranstalter am Freitag verliefen überwiegend problemlos entsprechend der ausgestellten Sondernutzungsgenehmigungen. Alle sicherheitsrelevanten Bereiche blieben frei von Aufbauten.

Verkehrsüberwachung im Festgebiet
Bis Sonntag, 17. Juni,  14 Uhr, wurden innerhalb des Festgebietes insgesamt 45 Verkehrsordnungswidrigkeiten erfasst. Zwei Fahrzeuge mussten am Freitag, 15. Juni, abgeschleppt werden, da sie unrechtmäßig abgestellt wurden. 

Glasflaschenverbot und  Zugangskontrollen zum Festgebiet 
Gemeinsam mit der Polizei kontrollieren die Bediensteten des Gemeindlichen Vollzugsdienstes an den Hauptzugängen zur BRN die Einhaltung des Glasflaschenverbots. Tagsüber wurden diese Kontrollpunkte genutzt, um das Zufahrtsverbot für Fahrzeuge durchzusetzen. Bei den Kontrollen gab es keine Auffälligkeiten. Die Betonelemente erfüllten ihren Zweck und mussten zum Glück ihre Standhaftigkeit nicht unter Beweis stellen.  

Durchsetzung des Lärmschutzes
Um die Nachtruhe der Anwohner zu gewährleisten, mussten gemäß Polizeiverordnung lärmintensive Veranstaltungen um 1 Uhr am Sonnabendmorgen und am Sonntagmorgen beendet werden. Die Bediensteten mussten lediglich am Sonnabendmorgen eine Ruhestörungen nach 1 Uhr feststellen und entsprechend unterbinden.

Fundsachen
Insgesamt 41 Fundsachen, wie Handys, Personalausweise, Führerscheine, EC-Karten und Portmonees wurden bei den Bediensteten des GVD abgegeben (Stand: Sonntag, 14 Uhr). Nicht abgeholte Gegenstände übergeben die Mitarbeiter im Anschluss an den Einsatz an das Fundbüro der Landeshauptstadt Dresden. Dort können sie dann in den Sprechzeiten Dienstag und Donnerstag 9 bis 18 Uhr, sowie Freitag 9 bis 12 Uhr, abgeholt werden.    

Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätze
Während der BRN waren am Freitag und am Sonnabend jeweils 25 Einsatzkräfte und am Sonntag 17 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Dresden und des Deutschen Roten Kreuzes im Einsatz. Für den Rettungsdienst gab es in der Nacht von Freitag zu Samstag insgesamt 41 Einsätze, in der Nacht zum Sonntag 63 Einsätze. Dabei handelte es sich überwiegend um Schnittverletzungen oder Auswirkungen von Alkoholkonsum. Die Dresdner Feuerwehr musste einmal zu einem brennenden Mülleimer ausrücken. Für Rettungsdienst und Feuerwehr verlief die BRN 2018 somit überwiegend ruhig und entspannt ohne besondere Auffälligkeiten.