Polizei greift in Heidenau durch
Nach zwei Nächten in Folge mit rechten und ausländerfeindlichen Krawallen vor der Notunterkunft für Flüchtlinge ist es am Sonntagabend zu gewalttätigen Übergriffen von Linken gekommen. Beobachter sprachen von einigen Verletzten. Angehörige der linken Antifa-Szene hatten eine Gruppe von Menschen angegriffen, die sie offensichtlich dem rechten Spektrum zuordneten. Zuvor hatten die rund 250 Menschen vor der Asylunterkunft friedlich demonstriert und Willkommensgrüße für Flüchtlinge skandiert. Beim Abzug zum Bahnhof, den die Polizei begleitete, kam es dann zu den Übergriffen. Die Polizei ging dazwischen und setzte Reizgas ein.Die Polizei hatte am Sonntagabend einen besonderen Sicherheitsbereich eingerichtet. Dieser ist 18.00 Uhr in Kraft getreten, so Innenminister Markus Ulbig. Er gilt auch in der Heidenauer Innenstadt In dem Bereich kann die Polizei anlasslos Personalien kontrollieren sowie Platzverweise und Aufenthaltsverbote aussprechen. Die Polizei verstärkte ihre Kräfte, auch zwei Wasserwerfer fuhren vor.Ulbig verurteilte die Ausschreitungen vom Wochenende scharf. Der erneute Gewaltexzess sei - so wörtlich: "empörend und nicht hinnehmbar." Ministerpräsident Stanislaw Tillich erklärte, die Ereignisse erschütterten ihn zutiefst: "Das ist nicht unser Sachsen. Hier verstößt eine Minderheit brutal gegen Werte und Gesetze Deutschlands." Der Regierungschef kündigte an, mit aller Macht dagegen vorzugehen. Der stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig von der SPD sprach vo einem „braunen Mob“, der Heidenau unsicher macht.Vize-Kanzler Sigmar Gabriel will sich am Montag in Heidenau ein Bild machen. Er änderte seine Somerreisepläne. Eigentlich wollte Gabriel u.a. Infineon in Dresden einen Besuch abstatten. Er sei von Heidenaus Bürgermeister Opitz und Sachsens SPD-Chef Martin Dulig eingeladen worden.Die SPD-Fraktion im sächsischen Landtag stellte ein Video-Backup online, das am Samstag während der Ausschreitungen gefilmt wurde.Video der Ausschreitungen vom Samstagabend: