Polizei dementiert Facebook-Gerüchte zu Vorfall in Meißen
Es sind schwere Vorwürfe die derzeit im Netz rumgehen: ein Flüchtling ("Schutzsuchender") soll angeblich in Meißen-Triebischtal eine Lehrerin der Oberschule niedergestochen haben - das schreibt beispielsweise eine Userin "Juliane B." bei Facebook. Dort ist zu lesen: "Hat mir eben eine Freundin gemailt: - in der Oberschule Meißen Triebischtal wurde gestern eine Lehrerin von einem „Schutzsuchenden“ niedergestochen - es folgte die Bitte an Eltern und Schüler dies nicht in die Öffentlichkeit zu bringen - Bitte jetzt teilen". Die Facebook-Nutzerin hat den Text offenbar von anderen Seiten oder aus Whats App-Gruppen kopiert. Denn auch per Whats App hat uns diese Meldung mehrfach erreicht. Bereits zuvor war der Text auf der Seite der "Meißner Wellenlänge" veröffentlicht worden - öffentlich einsehbar von Mittwochabend. Dort wurde aber betont, dass die Meldung unbestätigt sei. In der weiteren Verbreitung von anderen Usern verschwand dieser Hinweis dann.Polizei dementiertDie Dresdner Polizei dementiert am Donnerstagnachmittag: "Weder Ausländer, noch Messer spielten eine Rolle", sagte ein Sprecher der Behörde auf unsere Anfrage. Viel mehr waren am Dienstag zwei deutsche Anwohner mit zwei Lehrern einer deutschen Schülergruppe aneinander geraten, es kam zu Tätlichkeiten und Beleidungen. Angeblich soll ein Schüler ein Fahrrad getreten haben, Beschädigungen wurden am Rad nach Angaben des Polizeisprechers nicht festgestellt. Ein Anwohner soll einer Lehrerin dann eine Ohrfeige gegeben haben. Auch Beleidgungen fielen. Die Sportlehrerin wurde leicht verletzt, hieß es.Im Polizeibericht von Donnerstag schreiben die Ermittler: "Dienstagmorgen kam es auf der Hirschbergstraße zu Tätlichkeiten zwischen mehreren Personen. Die Polizei hat Anzeigen wegen Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung aufgenommen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand befand sich eine Schulklasse auf der Hirschbergstraße auf dem Weg vom Sportplatz zur Schule. In der Folge kam es zwischen einer Lehrerin (deutsch, 60) einem Lehrer (deutsch, 52) und zwei Anwohnern (deutsch, 29/31) zu einem Disput, der letztlich in Tätlichkeiten mündete. Zudem sollen beleidigende Worte gefallen und zwei Handy beschädigt worden sein. Ausgangspunkt des Disputs war offenbar die Handlung eines Schülers, die seitens der Anwohner gegenüber den Lehrern moniert wurde. Der genaue Tatablauf ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen."Wie die Sächsische Zeitung unter Berufung auf die Bildungsagentur berichtet, sei an dem Tag anschließend das Kriseninterventionsteam und der Notarzt an der Schule angerückt, um die beiden zehnten Klasse zu betreuen. Eltern wurden telefonisch informiert, der Unterricht ausgesetzt.Polizei prüft Hetz-KommentareAn den Gerüchten im Netz über die Beteiligung von Ausländern und Messerstichen ist nichts dran, teilte die Polizei mit. Hetz-Kommentare werden nun vom Social-Media-Team der Polizei geprüft und bei strafrechtlicher Relevanz verfolgt, hieß es.