Planungspanne & Baustopp: Oskarstraße wird wieder zugeschüttet
Es gleicht einem Schildbürgerstreich. Erst im März waren in Dresden die umfangreichen Bauarbeiten an der Oskarstraße in Strehlen gestartet. Im Rahmen des 20-Millionen-Euro-Bauprojektes für die Stadtbahn 2020 sollten dort Leitungen erneuert, wichtige Fernwärmeleitungen der DREWAG neugebaut und schlussendlich eine neue Straßenbahntrasse angelegt werden.Anwohner klagten gegen das Projekt und bekamen vor dem Oberverwaltungsgericht recht. Die zuständige Behörde, die Landesdirektion Sachsen, hatte Planungsfehler gemacht. Das Gericht verhängte einen Baustopp. Am Donnerstagmittag informierten Stadtverwaltung und Dresdner Verkehrsbetriebe, wie es weitergeht:Landesdirektion plant bis September neu Die Landesdirektion Sachsen bereitet aktuell die erneute öffentliche Auslage der Planungsunterlagen vor, um den beklagten Formfehler zu korrigieren. Die Auslage beginnt nach Ankündigung Ende Mai und läuft bis Ende Juni. Mitte September erwarten Stadt und DVB dann einen Planergänzungsbeschluss von der Landesdirektion Sachsen - dann könnte wieder gebaut werden.Die vorliegende Entscheidung des OVG bedeutet einen Baustopp für die neue Stadtbahntrasse entlang der Tiergarten- und Oskarstraße. Seit dem 18. April wurden Tätigkeiten zum Bau der Stadtbahntrasse nicht mehr ausgeführt, teilten die DVB mit. Auch wurde mit der in diesem Zusammenhang geplanten Verlegung der DREWAG-Fernwärmeleitung nicht begonnen. Sollte im September wieder Baurecht bestehen, können die Stadtwerke allerdings nicht an der Fernwärmeleitung arbeiten, da sonst im Winter viele Heizungen kalt bleiben würden. Heißt also: erst 2018 kann dort begonnen werden.Was noch bis August passiertVom Baustopp nicht umfasst sind laufende Arbeiten an Wasser-, Gas- und elektrischen Versorgungsleitungen. Diese werden wegen der Verpflichtung zur Wiederherstellung der Verkehrs- und Versorgungssicherheit bis in den August weiter ausgeführt. Dasselbe gilt für den Neubau der verschlissenen Hauptwasserleitung der DREWAG entlang der Tiergartenstraße. Bereits angefangene Anschlussbauwerke für die neue Fernwärmeversorgung werden gesichert, vorhandene Baugruben aufgrund der Unfallgefahr verfüllt. Parallel erfolgt die Wiederherstellung der Straßenentwässerung vor den Grundstücken sowie der öffentlichen Beleuchtung. Provisorische Straßendecke für OskarstraßeNach Abschluss der sichernden Bauarbeiten ist nach heutigem Stand beabsichtigt, die Oskarstraße mit einer provisorischen Straßendecke zu versehen, hieß es. Kosten: mindestens 300.000 Euro. Heißt also die Baugruben werden wieder verfüllt und Asphalt aufgebracht, der dann nächstes Jahr wieder entfernt wird, wenn es in die zweite Runde geht.Wasaplatz-Bauarbeiten verschobenFest stehe damit nach DVB-Angaben auch, dass die ab 26. Juni dieses Jahres vorgesehene Umgestaltung des Wasaplatzes zunächst verschoben werden muss. Geplant sind für den Bereich die Errichtung barrierefreier Haltestellen, die Herstellung einer Grünanlage sowie die Erneuerung der Fahrbahnen. Eine Fortsetzung des geplanten Stadtbahnbaus ist erst mit Ausreichung eines entsprechenden Beschlusses der Landesdirektion möglich. Erst dann kann konkret beantwortet werden, in welcher Abfolge und mit welcher Technologie die Bauarbeiten durchgeführt werden können. Problem FernwärmeleitungAbzusehen ist, dass die Verlegung der Fernwärmeleitung jahreszeitlich bedingt in diesem Jahr nicht mehr möglich sein wird, hieß es. Ansonsten würden in vielen Haushalten die Heizungen kalt bleiben. Es handelt sich um eine wichtige Hauptversorgungsleitung der DREWAG, die im Winter nicht außer Betrieb genommen werden kann. Diese Arbeiten an der Fernwärmeleitung sind allerdings zwingende Voraussetzung für den Bau der Straßenbahntrasse. Heißt also: im schlimmsten Fall wird erst 2019 an der Straßenbahntrasse gebaut.Mehrkosten von über 300.000 EuroWelche Mehrkosten die städtischen Projektpartner wegen des beanstandeten Formfehlers der Landesdirektion erwartet, muss anhand des neuen Bauablaufes und der Verträge mit den Bauunternehmen sorgfältig geprüft werden. Dazu können sich die Bauherren zurzeit noch nicht äußern. Allein eine provisorische Fahrbahndecke auf der Oskarstraße wird mit rund 300.000 Euro zu Buche schlagen. Hier kann gebaut werdenNicht zum gerichtlich gestoppten Stadtbahnprojekt gehören der barrierefreie Haltestellenausbau an der Hugo-Bürkner-Straße, die Sanierung des Gleisdreiecks sowie der Neubau von Fahrleitungsanlagen für die Straßenbahn entlang der Reicker Straße. Die Arbeiten beginnen am 18. August 2017 und sollen Mitte Dezember fertig sein. Wegen der mit den Bauarbeiten verbundenen Gleissperrungen ist der Einsatz von Ersatzbussen für die Linien 9 und 13 geplant. Informationsveranstaltung für Anwohner am Montag, 15. Mai 2017Alle Anwohner sind am Montag, 15. Mai 2017, 18:00 Uhr in den Saal des Gemeindehauses der Strehlener Christuskirche, Elsa-Brandström-Straße 1 eingeladen. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes Reinhard Koettnitz und DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach werden bei dieser Veranstaltung über die Auswirkungen des Baustopps informieren und sich den Fragen der Anwohner stellen. Die entsprechende Einladung wird heute per Postwurfsendung in Strehlen verteilt.Wann: 15.05.2017, 18:00 UhrWo: Gemeindehaus Christuskirche, Elsa-Brandström-Straße 1Wer: Bau-Bürgermeister Schmidt-Lamontain, Straßenbauchef Reinhard Koettnitz, DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach