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Große Ehre: Pirnaer Verein in Berlin ausgezeichnet

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In Berlin wurde am Donnerstag wieder die Auszeichnung „Botschafter/-innen für Demokratie und Toleranz“ verliehen. Geehrt wurden sechs Vereine, Bündnisse und Personen aus ganz Deutschland - darunter auch die „Aktion Zivilcourage“ aus Pirna.

Der parteiunabhängige Verein engagiert sich vor allem in Sachsen für die Förderung der Demokratie. Er wurde Ende der 1990er Jahre von Jugendlichen in Pirna ins Leben gerufen. Anlass waren die Aktivitäten rechtsextremer Kameradschaften in der Sächsischen Schweiz und die hohen Wahlergebnisse rechtsextremer Parteien bei den Kommunalwahlen. 

Der Verein bietet heute viele verschiedene Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für alle Alters- und viele verschiedene Zielgruppen mit den Schwerpunkten Demokratiepädagogik, politische Bildung und Empowerment. Hierzu zählen u. a. etwa Workshops zum Thema Menschenrechte und Zivilcourage, Gedenkstättenfahrten, interkulturelle und internationale Begegnungen, Peer-to-Peer-Ausbildungen und Workshops zu verschiedenen aktuellen Herausforderungen wie Hatespeech und Fake News, die Beratung von Kommunen in Konflikt- und Krisensituationen und Moderationsschulungen für kommunale Dialog- und Beteiligungsprozesse.

Die Auszeichnung gab es während des Festaktes zum 75. Geburtstag des Grundgesetzes. 

Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) aus dem Bundesinnenministerium sagte über die Ausgezeichneten: „Sie zeigen Zivilcourage und beziehen Position gegen Extremismus und Gewalt.“ Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro dotiert. Die Auswahl trifft jährlich eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung, des Parlaments, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft.

Andere Preisträger waren u.a. Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann, die als Frau mit palästinensischen Wurzeln und Jude gemeinsam Diskussionsrunden an Schulen anbieten zum Nahostkonflikt, Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus. Das DemokratieBündnis Rutenberg wiederum engagiert sich in einem kleinen Ort in der Uckermark gegen völkische Siedler und Reichsbürger. Hanna Veiler ist eine jüdische Aktivistin und Publizistin, die sich gegen Antisemitismus einsetzt. Die Initiative 19. Februar Hanau setzt sich für die Aufklärung der rassistischen Morde des Jahres 2020 und die Unterstützung Überlebender ein. (mit dpa)