Pegida zieht mit Reichsfahnen und Scholz-Foto durch Dresden
Eine Allianz aus Montagsdemonstranten und Anhängern der rechtsextremen Pegida-Bewegung ist am Montagabend durch Dresden gezogen. Zuletzt fanden die Pegida-Demonstrationen unregelmäßig und selten statt, doch nun stehen im Freistaat alle Zeichen auf Wahlkampf.
So reiste am Montag der AfD-Fraktionsvorsitzende aus Mecklenburg-Vorpommern Nikolaus Kramer an, um vor den Demonstranten zu sprechen. Die Veranstaltung startete 18:30 Uhr auf dem historischem Neumarkt mit hunderten Teilnehmern. Für Aufsehen sorgte ein riesiges Plakat, dass den Kanzler Scholz auf dem Spiegel-Cover zeigt. Darunter der Satz: „Wir müssen im großen Stil abschieben!“. Laut Pegida hatte man jahrelang genau das gefordert, was jetzt der Kanzler sagt.
Die Polizei sicherte die Versammlung ab, der sich auch Demonstranten aus dem linken Lager entgegenstellten. Auf der St. Petersburger Straße und der Wilsdruffer Straße setzten sich jeweils etwa 15 bis 30 Menschen auf die Fahrbahn, um gegen Pegida zu protestieren. Polizisten sicherten die Situationen ab. Der Aufzug wurde an den Stellen vorbeigeleitet.
Die Teilnehmer der Versammlung „Kein Fußbreit dem Quergida-Faschismus!“ folgten der Aufzugsstrecke und brachten dabei fortlaufend ihren Protest in Hör- und Sichtweite zum Ausdruck. Gegen 21:00 Uhr endete die Versammlung des Pegida Fördervereins, kurz darauf auch die Gegenversammlung.
Die Dresdner Polizei leitete fünf Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen Verfassungswidriger Organisationen (1), Körperverletzung (1), Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen (1) sowie Verstößen gegen das Versammlungsgesetz (2) gegen Teilnehmer der Pegida-Versammlung ein.
Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um Deutsche im Alter von 47 bis 59 Jahren. Insgesamt 326 Polizisten waren im Einsatz.