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Pirnas Altstadt soll City-Outlet werden

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Schick sanierte Altstadt, Kopfsteinpflaster, kleine Lädchen... Eigentlich ideal für einen Einkaufsbummel. Doch Pirna bleiben die Besucher weg! 30 Prozent der Geschäfte stehen leer. Wer shoppen will, fährt lieber nach Dresden oder geht ins Internet. Doch das soll sich ändern.

Eine von der Volksbank gesponserte Machbarkeitsstudie untersuchte jetzt das Outlet-Potential für die Kleinstadt an der Elbe. Denn Pirna hat durchaus Vorteile: „Die tolle historische Altstadt und die Region selbst sind schon touristisch etabliert. Es gibt keine Outlet-Konkurrenz in der Nähe und es soll kein neues Center auf die grüne Wiese gebaut werden, sondern die leeren Geschäfte in der Stadt als Outlet-Läden genutzt werden“, erklärt Dr. Joachim Will, Chef der ecostra GmbH Wiesbaden, die die Studie durchführte.

Eine mittlere zweistellige Millionen-Summe wird von privaten Investoren benötigt, um die Pläne umzusetzen, erste Gespräche sollen laufen. Bereits ab 2026 könnten die ersten Outlet-Läden in der Gartenstraße öffnen, die die Experten als Start für das Projekt ausgewählt haben. In späteren Phasen würde sich das Konzept auch über die Breite Straße und weitere Teile der Altstadt fortsetzen.

Vogel: „Wichtig ist aber, dass das Projekt auch durch den Tourismus im Marketing mitgetragen wird. Denn im Umkreis von 60 Auto-Minuten erreichen Pirna nur 1,7 Millionen Menschen.“ Zu wenig, um sich langfristig zu tragen. Auch die Elbsandstein-Touristen müssten mehr zum Shoppen nach Pirna kommen. Dann prognostiziert die Studie der Stadt immerhin 46 Mio. Euro Jahresumsatz. 

Um in der Gartenstraße mehr Einkaufsflair aufkommen zu lassen, soll sie als Fußgängerzone verkehrsberuhigt werden. „Beim Verkehr und Parken muss die Stadt vermitteln. Auch die Pläne eines neuen Parkhauses nahe des ZOB Pirna liegen wieder auf dem Tisch“, so Christian Flörke, Chef der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna. Parallel dazu sollen private Geldgeber für das Projekt gewonnen und eine Projekt- und Betreibergesellschaft gegründet werden.

Vorbild einer Outlet-City ist übrigens Bad Münstereifel (NRW), die deutschlandweit als einzige die Outlet-Läden verstreut in der Stadt - und nicht konzentriert in einem Center - untergebracht hat. Deutschlandweit gibt es, laut Studie, insgesamt 18 Outlet-Center, deren Tendenz - trotz Online-Handels - steigt.