Ostflügel am Festspielhaus wird ausgebaut
Der Ostflügel am Festspielhaus Hellerau in Dresden soll in neuem Glanz erstrahlen. Der Freistaat stelle fünf Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ für die Sanierung in Aussicht, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Der Umbau sei ein wichtiger Beitrag zur kompletten Wiederherstellung des einzigartigen Bauensembles der Gartenstadt Hellerau und des Festspielhausgeländes, betonte Innenminister Roland Wöller (CDU). Im Ostflügel sollen unter anderem Ateliers, Apartments für Künstler und eine Probebühne entstehen. Hausherr ist das Europäische Zentrum der KünsteDas Festspielhaus Hellerau entstand 1911/12 nach einem Entwurf Heinrich Tessenows. Mit seiner funktionalen Bauweise galt es als Vorreiter der Moderne. Der Schweizer Komponist Émile Jaques-Dalcroze gründete hier eine Bildungsanstalt für Rhythmus und Bewegung und machte den grünen Vorort von Dresden bekannt. Aus ganz Europa kamen Gäste, unter ihnen Franz Kafka, Rainer Maria Rilke, Sergej Rachmaninow, Stefan Zweig und Upton Sinclair. Der Erste Weltkrieg beendete diese glorreichen Zeiten.Während der Nazi-Zeit nutzten Polizei und Wehrmacht das Festspielhaus und die angrenzenden Pensionshäuser als Schule und Kaserne, der große Saal wurde Sporthalle. Daran änderte auch das Ende des Zweiten Weltkrieges nichts. Ab 1945 prangte hier der Sowjetstern. Die russischen Soldaten zogen erst 1992 wieder aus. Die Sanierung des Gebäudes von 2004 bis zur Wiedereröffnung 2006 kostete zwölf Millionen Euro, der Ostflügel wurde bislang aber noch nicht umgebaut. (dpa)