Online-Debatte: Braucht Sachsen ein jüdisches Museum?

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Braucht Sachsen ein jüdisches Museum? Darüber soll am Montag, dem 24. Januar Online diskutiert werden.

Seit einigen Jahren gibt es Überlegungen für ein „Jüdisches Museum für Sachsen“. Der Dresdner Stadtrat beschloss daraufhin am 22. April 2021, die Gründung eines überregional angelegten „Jüdischen Museums“ in Dresden voranzutreiben und mögliche Standorte prüfen zu lassen. Das Stadtmuseum Dresden greift das Thema jüdisches Leben als Teil der Stadtgeschichte in einer Intervention „Rethinking Stadtgeschichte: Perspektiven jüdischer Geschichten und Gegenwarten“ in einer Dauerausstellung auf. In einem begleitenden Blog kommen seit Oktober Menschen zu Wort, die sich mit den grundlegenden und inhaltlichen Herausforderungen des Themas beschäftigten, teils auch konkrete Umsetzungsformen und Standorte vorschlagen.

Um die öffentliche Diskussion weiterzuführen, sind nun bis zum Frühjahr drei Podiumsdiskussionen und eine offene Diskussionsrunde als digitale Veranstaltungen geplant. Die Veranstaltungsreihe startet am kommenden Montag, 24. Januar 2022 unter dem Titel „Braucht Sachsen ein jüdisches Museum?“, Beginn ist 19 Uhr.

Bislang gibt es in Sachsen kein „Jüdisches Museum“, wohl aber viele Orte, an denen die vielfältigen Facetten vergangenen und gegenwärtigen jüdischen Lebens präsent sind. Neben den Einrichtungen der jüdischen Gemeinden wird das auch in Museen, in Archiven und Bibliotheken, an Erinnerungsorten und Gedenkstätten sowie Kultureinrichtungen und in Vereinen thematisiert. Braucht Sachsen also ein eigenes „Jüdisches Museum“? Und welche Inhalte und Objekte könnte eine solche Einrichtung für wen vermitteln?

Darüber sprechen im Online-Podium miteinander:
- Dr. Thomas Feist, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben
- Michael Hurshell, Vorsitzender Jüdische Gemeinde zu Dresden
- Annekatrin Klepsch, Bürgermeisterin Kultur und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden
- Dr. Christina Ludwig, Direktorin Stadtmuseum – Museen der Stadt Dresden
- Agnes Scharnetzky, Wissenschaftlerin an der TU Dresden und Stadträtin

Für diese Diskussionsrunde ist eine Voranmeldung per E-Mail an geschaeftsbereich-kultur@dresden.de bis zum Montag, 24. Januar 2022, 12 Uhr erforderlich, danach wird der Link für die Veranstaltung übermittelt.

„Mit der Eröffnung der Synagoge und des jüdischen Gemeindezentrums 2001 war zunächst städtebaulich eine Wunde geschlossen und der Neubau wurde der Jüdischen Gemeinde als ein Akt der Wiedergutmachung übereignet. Ein Ort der dauerhaften Repräsentanz jüdischen Lebens als Teil der Dresdner Stadtgeschichte, des gesellschaftlichen Diskurses und der Vermittlung war damit jedoch nicht entstanden. Zwei Jahrzehnte nach Weihung der neuen Synagoge und in einer zunehmend von Diversität geprägten Stadtgesellschaft gilt es nunmehr, die Vision eines Jüdischen Museums für Dresden und die Region vertieft zu betrachten. Der vielfach angesprochenen Standortfrage sind dabei zunächst konzeptionelle Überlegungen voranzustellen. In Kooperation mit dem Stadtmuseum lade ich die Öffentlichkeit dazu ein, sich in die Überlegungen für ein Jüdisches Museum einzubringen.“, so Annekatrin Klepsch, Bürgermeisterin für Kultur und Tourismus.