- Ministerin Klepsch inmitten der sächsischen Schausteller-Chefs auf dem Rummel an der Marienbrücke
- Ein symbolischer Lebkuchen mit dem Kulturerbe-Titel
Offiziell! Rummel ist jetzt Kulturerbe
Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch durfte gestern schon mal dienstlich den Rummel an der Pieschener Allee besuchen, der dort gerade aufgebaut wird. Denn sie überbrachte den Schaustellern dort stellvertretend für alle 300 Schausteller-Familien im Freistaat den Titel „Immaterielles Kulturerbe“.
Den hatte die Kulturministerkonferenz der Länder Ende letzter Woche bestätigt. Damit reihen sich die Schausteller, die u.a. seit über 500 Jahren auf der Annaberger Kät die Volksfesttradition pflegen, ein mit Titelträgern wie dem erzgebirgischen Kunsthandwerk oder auch der deutsche Brotkunst.
Klepsch erklärte unserem Sender: „Ich glaube, das ist eine unglaubliche Wertschätzung für die Schaustellerkunst, die ja oftmals über Generationen hinweg gelebt wird. Und wenn man die einzelnen Volksfeste sich anguckt, die Saison geht ja gerade los, dann ist das wirklich ganz stark Identität, lebendige Geschichte vor Ort und es ist ganz, ganz viel Gemeinschaft.“
Familienbetrieb seit Generationen
Für Schausteller Rico Illgen, den Chef des Mittelsächsischen Schaustellerverbandes Chemnitz, ist Rummel „gesellschaftlicher Kleber“, wo alle Schichten zusammen kommen können. Und auch sein Dresdner Kollege, Mike Borowsky, nickt: „Ich bin in fünfter Generation Schausteller, habe einen Süßwarenstand mit gebrannten Mandeln und Softeis. Ich bin bei den Dresdner Volksfesten und natürlich auch mit meinem Stand beim Striezelmarkt. Wir freuen uns selbstverständlich über diesen Titel. Er bedeutet für uns in erster Linie, dass unsere Tradition ein bisschen mehr Stellenwert in der Gesellschaft und in der Politik bekommen wird und darauf sind wir stolz, dass wir damit endlich auch eine gewisse Anerkennung bekommen.“
Ein materieller oder anderweitiger Vorteil ist mit dem Titel nicht verbunden. Doch der Schausteller-Verband will noch Plaketten anfertigen, die den Kulturerbe-Titel dann auch an jedem Fahrgeschäft anzeigen.
Die diesjährige Volksfestsaison beginnt in Dresden übrigens am Ostersamstag mit dem Frühlingsfest auf dem Gelände an der Pieschener Allee.

