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„Offener Prozess“ in der Robotron-Kantine

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Ein Ausstellungsprojekt in der Robotron-Kantine in Dresden beschäftigt sich mit den Auswirkungen rassistischer Gewalttaten und rechten Terrors. Ausgangspunkt ist die Mord- und Terrorserie des rechtsextremen NSU (Nationalsozialistischer Untergrund), deren Aufarbeitung nicht abgeschlossen sei, wie das Kunsthaus Dresden mitteilte. Die Ausstellung heißt „Offener Prozess“. 

Werke zeitgenössischer Kunst, Performances und Konzerte reflektieren ab Samstag und bis Anfang November die Kontinuitäten rechter und rassistischer Gewalt und den Widerstand in Sachsen. Erzählt wird dabei von Migrationsgeschichten und Alltagsrassismus. Beiträge aktivistischer Initiativen erinnern an die Opfer und die, die sich zur Wehr setzen.

Das NSU-Kerntrio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe mit Rückzugsorten in Chemnitz und Zwickau und vielen Unterstützern ermordete in den 2000er Jahren mindestens zehn Menschen. Opfer waren acht türkischstämmige und ein griechischstämmiger Kleinunternehmer sowie eine Polizistin. Zudem ist das Trio für etliche Raubüberfälle und mehrere Bombenanschläge verantwortlich. 

Die vor dem Abriss bewahrte Betriebskantine des VEB Robotron, des größten Computerherstellern der DDR, wird seit Jahren künstlerisch bespielt. Der Stadtrat beschloss im Mai, das Architekturzeugnis der Nachkriegsmoderne zu erwerben, zu sanieren und als neues Domizil für das Kunsthaus Dresden und die internationale Kunstausstellung Ostrale Biennale nutzbar zu machen. Zuletzt war in der Robotron-Kantine u.a. die Ausstellung „Techno Worlds“ zu sehen.

Mehr Informationen zur Ausstellung „Offener Prozess“ gibt es auf der Website des Kunsthauses. (mit dpa)