Oberbürgermeister Hilbert bekommt „Schleudersachse“ des Steuerzahlerbundes
Die angebliche Reiselust von Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat ihm den Negativpreis "Schleudersachse" des Sächsischen Steuerzahlerbundes eingebracht. 37 mal war Hilbert im vergangenen Jahr unterwegs, die Kosten liegen bei mehr als 33 000 Euro. Bei der Onlineabstimmung des Steuerzahlerbundes landete Hilbert auf Platz 1. Insgesamt sechs mögliche Steuerverschwendungen waren im Rennen. Zum Beispiel der Grenzübergang Altenberg, wo eine neue Straße gebaut werden soll und der teure Semperopernintendant, der seinen Job nie angetreten hat.Ein bisschen Glück hatte die Bauverwaltung der Stadt mit den Kosten für die Sanierung der Augustusbrücke. Der erstmals zu vergebende Titel "Fass ohne Boden" ging nicht an sie, sondern an die Landesdirektion für die Kosten für ein Mitarbeiterfest in Höhe von fast 11 000 Euro.So reagiert die Stadt auf den Negativpreis: Dresden ist nicht nur Landeshauptstadt sondern ein internationaler Standort für Wirtschaft und Wissenschaft mit einem erheblichen Wachstum an Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen. Eine solche Position behält man im internationalen Wettbewerb nicht, wenn man in der Stadt sitzt und wartet. Vielmehr ist es auch eine Aufgabe des Oberbürgermeisters in entsprechenden Konferenzen und Netzwerken die Stadt zu repräsentieren, Kontakte zu knüpfen und die Interessen der Stadt zu vertreten. Ein beträchtlicher Anteil der Dienstreisen geht aber auch auf die Gremienarbeit in kommunalen Verbänden zurück. Nicht zuletzt der Stadtrat beauftragt den Oberbürgermeister immer wieder sich für dieses oder jenes bei Bund und Land einzusetzen. Genau dafür gibt es diese Gremien. Auch scheint eine merkwürdige Vorstellung von Dienstreisen zu herrschen. Beispiel Dieselgipfel in Berlin: Hier absolvierte der OB früh Termine in Dresden, fuhr dann nach Berlin um Abends wieder Termine in Dresden wahrzunehmen. Auch ist die Vorstellung das ein OB einer deutschen Großstadt eine 5-Tage-Woche hätte reichlich naiv. Bei genauer Betrachtung erkennt man nämlich, dass alleine 16 Tage der Dienstreisen am Wochenende oder an Feiertagen war.Auch eine spannende Betrachtung: 13 Dienstreisen dienten der Gremienarbeit, bei 11 Dienstreisen ging es um den kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhalt, acht Dienstreisen waren dem Themenbereich Wirtschaft zu zuordnen.Hier können Sie die ausführliche Mitteilung des Sächsischen Steuerzahlerbundes nachlesen:2018 wird wieder kein Jahr ohne unser Schwarzbuch der öffentlichen Verschwendung. Leider. Der „Schleudersachse“ als Negativpreis des sächsischen Steuerzahlerbundes für den „Verschwendungsmeister 2018“ sowie erstmalig das „Fass ohne Boden“ für den „Wiederholungstäter“ unter den Verschwendern stehen heute zur Vergabe an.
Die Kandidaten wurden in den sächsischen Medien und auf unserer Internetseite unter der Rubrik "Umfrage" der Öffentlichkeit vorgestellt und sind dort weiterhin nachzulesen.
Die Würfel sind gefallen. Die sächsischen Steuerzahler haben abgestimmt und die diesjährigen "Preisträger" gewählt.
Der „Schleudersachse 2018“ geht nach Dresden.
Für ein Jahr darf sich Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert mit dem zweifelhaften Ehrentitel schmücken.
44,53 Prozent der 2387 Umfrageteilnehmer gaben dem Dresdner Stadtoberhaupt wegen dessen Reisefreudigkeit ihre Stimme.
Auf Platz 2 (16,63 %) folgt Frau Staatsministerin Petra Köpping für eine „gelungene“ Imagekampagne, die den sächsischen Steuerzahler über die bekannten 3.284,50 EUR hinaus insgesamt 16.422 EUR für fünf Anzeigen gekostet haben dürften.
Leichtsinnige und undurchdachte Personalentscheidungen im Kulturbereich „belohnt“ der Steuerzahler mit Platz 3 (13,41 %) für den teuren Semperoperintendanten.
Auf den Rängen 4-6 folgen der Grenzübergang Altenberg (9,43 %), die Bischofsmütze von Meißen (9,34 %) und die Bewirtungsmeister der Staatskanzlei (4,61 %).
Das "Fass ohne Boden" hat sich die Landesdirektion Sachsen mit den Stimmen von 53 % der 2.371 Umfrageteilnehmer in dieser Kategorie gesichert. Für das Mitarbeiterfest zum 5-jährigen Behördenjubiläum wurden Kosten von mindestens 10.742,47 Euro eingeräumt. Der tatsächliche Aufwand dürfte allerdings um einiges höher sein. Allein die Organisation und Erarbeitung von drei Alternativangeboten für das Fest hat Kapazitäten gekostet. Im Angebot waren Wanderungen rund um das Kloster Altzella mit Festveranstaltung im Kloster, eine Schifffahrt auf der Elbe unterhalb der Festung Königstein und einer Feier auf der Festung oder eine Festveranstaltung im Schloss Hubertusburg in Wermsdorf mit Schlossbesichtigung. Gewonnen hat wohl die "Schifffahrt". Genaueres war von der Landesdirektion nicht zu erfahren.