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Neues Felssturz-Warnsystem im Elbsandsteingebirge

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Eine Smartphone-App soll künftig im Elbsandsteingebirge vor Felsstürzen, Steinschlägen und anderen
geologischen Ereignissen warnen. Wie die Freiberger Bergakademie am Mittwoch mitteilte, gehört die App zu einem gemeinsamen Projekt mit Kollegen der Karlsuniversität Prag und weiteren Partnern. Das
Vorhaben trägt den Titel „Georisks“ und soll Gefährdungen rechtzeitig erkennen.  

Nach Angaben der Bergakademie hilft dabei ein punktuell installiertes Monitoring- und Frühwarnsystem, welches mögliche Felsbewegungen misst und bei ungewöhnlicher Bewegungen ein Warnsignal sendet. Die kostenlose App macht es Personen möglich, Felsstürze zu melden und Fotos in eine Datenbank hochzuladen. Auf diese Weise kann das Gelände von Experten geologisch bewertet werden. Noch bis Sommer sollen die Messpunkte installiert sein. Das Projekt wird mit 750 000 Euro von der Europäischen Union gefördert.

Auf ihrer Webseite teilen die Forscher und Entwickler mit, dass die Messpunkte jetzt installiert werden können:

Nach der naturschutzrechtliche Genehmigung für die Installation des Monitoring- und Frühwarnsystem, erfolgt jetzt die Installation an folgenden Punkten:

- Grenzbereich Schmilka,

- Schaarwände im Kirnitzschtal,

- Rauenstein sowie Gansbrüche bei Pötzscha,

- Hřensko.

Die Benutzeroberfläche für dieses System wurde ins Tschechische übersetzt und befindet sich im Probelauf.

Die zweisprachige Datenbank für das Georisiken-Expertensystem wird derzeit softwaremäßig umgesetzt und dann mit dem (Web-) GIS veröffentlicht. Fachleute bekommen unterschiedliche Nutzerrechte und die „allgemeine Öffentlichkeit“ kann sich über mögliche Ereignisse informieren.

Die ingenieurgeologische Bewertung der Schaarwände im Kirnitzschtal ist abgeschlossen. Ergänzt wird diese durch Berechnungen zur Standsicherheit der Felsen sowie zur Schutzwirkungen der Bäume im Falle von Steinschlägen. Die gleichen Arbeiten sind für die Gansbrüche vorgesehen und sind gerade begonnen worden. Im Frühjahr-Sommer sollen dann diese Arbeiten am Großstein im Kirnitzschtal durchgeführt werden.

Die Postelwitzer Wände wurden zu DDR Zeiten umfangreich geologisch untersucht, so dass wir für einzelne Abschnitte ein detailiertes Vertikalprofil zum Schichtenaufbau sowie zu Kluftabständen haben. Derzeit führen wir Berechnungen zum Einfluss von Baumwurzeln auf mögliche Felsblocklösungen bei Sturmereignissen durch. Dies ist eine grundsätzliche Arbeit und soll, vereinfacht gesagt, die Hebelwirkung von Baumwurzeln in Klüften bei Sturmereignissen feststellen.

(mit dpa)