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Neues Dach für größte Dorfkirche Deutschlands - Fledermäuse geben Takt an

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Die größte evangelische Dorfkirche Deutschlands in Cunewalde bekommt ein neues Dach. Das Gerüst wurde in den vergangenen Tagen aufgestellt.  In den nächsten Wochen werden die Dachziegel abgenommen. Anschließend wird die Unterkonstruktion geprüft und erneuert.

Danach müssen die Dachdecker eine Pause machen. Grund: Im Dachstuhl leben Fledermäuse. Von April bis Oktober sei Brutzeit. „Da dürfen sie nicht gestört werden“, sagte uns Markus Schuster vom Kirchenvorstand. Anschließend wird das Dach neu eingedeckt. Bis April 2024 soll alles geschafft sein. Das Kirchendach ist undicht. Wasser dringt in den Stuck. Teile lösen sich. Deshalb wurden Netze an der Decke des Kirchenschiffs gespannt.

Die alten Biberschwanz-Dachziegel  sollen verkauft werden. Es gebe schon Interessenten, so Schuster. Der Erlös fließt in die Finanzierung des neuen Dachs. 550.000 Euro wurden dafür veranschlagt.

In der Kirche haben rund 2.600 Besucher Platz. Jedes Jahr an Heiligabend wir ein alter Brauch gepflegt: der Lichterzug. Die dreistöckigen Leuchter ersetzten einst den teuren Christbaum in den Umgebindehäusern der Oberlausitz. Der Lichterzug in Cunewalde wurde vor rund 200 Jahren anstelle des Krippenspiels eingeführt, weil die Darsteller in dem großen Kirchenraum nicht überall zu verstehen waren. Mittlerweile ist das Gotteshaus zwar mit Lautsprechern ausgestattet, doch mit der Tradition soll nicht gebrochen werden.

Derzeit wird nach einem neuen Pfarrer oder einer Pfarrerin gesucht. Die Stelle ist seit über zwei Jahren unbesetzt.

Audio:

Warum müssen die Dachdecke mehrere Monate Pause machen? Markus Schuster vom Kirchenvorstand: